Tagebuch
Hier findest du eine Zusammenfassung jedes Tages. Am Ende jedes Eintrags kannst du über die Links zu den entsprechenden Einträgen der Fahrtdetails und der Bildergalerie gelangen.
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15.04.2025 Fahrt von München nach Pilsen
Die Tour begann mit der interessanten Frage, wie das ganze Gepäck wohl auf das Motorrad passen würde. Nach ein paar Startschwierigkeiten konnte auch dieses Problem gelöst werden und die nächste Herausforderung stand bereits an: Wie steigt man am besten auf ein sehr vollgepacktes Motorrad?
Nachdem die grundlegenden Probleme behoben waren, konnte es endlich losgehen. Das Wetter war ideal, nicht zu heiß, angenehme 20°, leicht bedeckt und vor allem trocken, besser hätte man gar nicht starten können. Die Route lief von Landshut aus über viele kleine Orte Richtung Nordosten. Das Navigationssystem hatte immer wieder neue interessante Strecken vorbereitet, wobei ich mir einmal nicht ganz sicher war, ob ich wieder aus dem Wald herausfinden wurde. Letztendlich wusste das Navi zum Glück, wohin es wollte, fand den Weg über die tschechische Grenzen und somit endete die erste Etappe in Pilsen.
16.04.25 Pilsen
Der heutige Tag begann mit einem kurzen Spaziergang in Richtung Platz der Republik, wo die St. Bartholomäus Kathedrale steht. Rund um die Kathedrale stehen auf den vie Ecken des Platzes drei goldene Brunnen und eine Marienstatue. Durch eine große Holztür kommt man in das Innere der Kirche hinein, deren Grundstein 1295 gelegt wurde. Das Innere der Kirche ist sehr beeindruckend gestaltet, zwar war der Altar verhängt jedoch hat man die Seitenaltäre sehr gut sehen können.
Nach einem kurzen Rundgang in der Kirche habe ich meinen Weg weitergeführt vorbei an der großen Synagoge in Richtung Hauptbahnhof. Kleiner Tipp den Hauptbahnhof am besten außen vor lassen, wenn man nicht unbedingt dorthin muss. Zwar ist er ist sehr schön gebaut, das Drumherum ist allerdings nicht sehr ansprechend.
Auf dem Weg zurück in die Innenstadt, bin ich durch Zufall am Westböhmischen Museum vorbeigekommen, in welches ich kurz entschlossen dann hineingegangen bin. Aktuell laufen dort drei Ausstellungen, einmal eine Ausstellung im Zeughaus, dann eine Ausstellung zu archäologischen Funden sowie der Geschichte Pilsens und letztendlich eine Ausstellung zum Kunsthandwerk. Im Zeughaus konnte man sehr beeindruckend sehen, mit welchen Waffen früher umgegangen wurde, so wie welche Rüstungen Soldaten hatten. Die ältesten Exponate in der Ausstellung stammten dabei aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Man konnte über eine kleine Wendeltreppe nach unten gehen, wo man ein schönes Wandgemälde bewundern konnte.
Die Ausstellung zu den archäologischen Funden hatte sehr beeindruckend Exponate dabei, beispielsweise ein Schild, welches ca 3000 Jahre alt ist. In der geschichtlichen Ausstellung fand ich persönlich die kleine Abteilung zum Thema Geld besonders spannend, dort wurden sowohl Münzen als auch Geldscheine ausgestellt, die in den letzten paar hundert Jahren in Pilsen Verwendung gefunden haben.
Zum Schluss gab es noch einen kleinen Rundgang durch die Ausstellung des Kunsthandwerks, dabei konnte man sehr schön miterleben, wie sich im Laufe der Jahrhunderte die Stilelemente in der Porzellan und Glasherstellung verändert hatten.
Alles in allem war das ein sehr empfehlenswerter Museumsbesuch.
17.04.25 Fahrt von Pilsen nach Prag
Heute ging es weiter Richtung Prag, eine Fahrt von nur ca. 120km, somit war morgens keine Eile geboten. Nachdem alles wieder irgendwie in die Koffern gepresst wurde, konnte es losgehen. Es war eine schöne Strecke, durch viele Dörfer hindurch und mit tollen Wegen fürs Motorrad fahren. Nach Prag rein hat es sich am Ende ziemlich gezogen aufgrund des vielen Verkehrs, für die letzten 10 km habe ich knapp eine halbe Stunde gebraucht.
Die nächste Herausforderung war schließlich das Parken, da ich in einem Hostel mitten in der Altstadt abgestiegen bin, gab es dort keine Parkmöglichkeiten am Ort, somit musste ich meine Sachen quer durch die Altstadt tragen. Das Hostel ist sehr einfach, um ein paar Tage zu bleiben aber durchaus akzeptabel und man zahlt ca 35€ pro Nacht für einen Standort mitten im Geschehen. Kleiner Tipp, wenn man in einem Mehrbettzimmer schläft, immer gute Ohrenstöpsel einpacken, denn die Zimmernachbarn können sehr laut schnarchen. Der Tag endete mit einem gemütlichen Abendessen mit ein paar Bekannten.
18.04.25 Prag
Der heutige Tag war sehr regnerisch, da war die Begeisterung nicht sehr groß rauszugehen. Ganz ohne das Hostel zu verlassen geht es zwar nicht, aber es gibt in Prag einige angebote, bei denen denen halbwegs trocken bleiben kann. Als erstes stand eine Underground and Dungeons Tour an, bei welcher man die alten Gewölbe der Stadt, teilweise reichen sie zurück bis ins 12. Jahrhundert, besichtigen kann. In vielen der alten Gemäuer wurden kleine Ausstellungen eingebaut, wie zum Beispiel über mittelalterliche Folter- und Hinrichtungsmethoden. Das ganze wurde von einem sehr netten, älteren Herren geführt, der ausführlich über die Stadt und deren Geschichte zu berichten wusste.
Anschließend ging es ins jüdische Viertel, wo man in einem Rundgang mehrere Synagogen und Ausstellungen zum Thema jüdisches Leben in Prag vom Mittelalter bis heute besichtigen kann. Das ganze konnte man mit einem Audioguide machen ohne einfach durchgehen und sich die Exponate und Schautafeln ansehen.
Der letzte Punkt des Tages war ein kurzer Spaziergang über den Ostermarkt in mitten der Altstadt, wo es natürlich auch etwas leckeres zu Essen gab.
19.04.25 Prag
Heute war es glücklicherweise wieder trocken, somit stand einer weiteren Stadtbesichtigung nichts im Weg. Nachdem ich am Vormittag noch ein paar Sachen erledigen musste (Anmerkung dazu, wenn man etwas verschicken möchte, immer zur Post gehen, nicht zu DHL, da wird man arm) ging es gegen Mittag wieder los.
Zuerst ging es durch die Prager Altstadt, vorbei am Rathaus mit der berühmten Uhr. Das Rathaus stammt aus dem Jahr 1338, die Uhr wurde erstmals in ihrer ursprünglichen Form im Jahr 1410 in betrieb genommen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie immer wieder erweitert, beschädigt und repariert, es wurde sogar mehrmals über einen Abbau der Uhr mit einem moderneren Ersatz diskutiert. Letztendlich existiert die Uhr in ihrer heutigen Form seit 1957.
Anschließend ging es über die Karlsbrücke nach Malá Strana. Auf der Brücke war so viel los, dass man kam vorwärts kam, es dauerte eine Weile sie zu überqueren. Die Karlsbrücke stammt aus dem Jahr 1357 und ist damit die älteste erhaltene Brücke über die Moldau und eine der ältesten Steinbrücken Europas. Obwohl im 14. Jahrhundert erbaut, hat sie den Namen Karlsbrücke erst 1870 zu Ehren Kaiser Karls IV. erhalten. Die 30 Statuen auf beiden Seiten sind alle religiösen Ursprungs und werden seit 1965 nach und nach durch Repliken ersetzt, die Originale werden dann in das Nationalmuseum verbracht.
20.04.25 Fahrt von Prag nach Budweis
Da bereits am frühen Morgen keine Wolke am Himmel war, habe ich die Zeit genutzt und bin in der früh nochmal zu großen Platz in der Altstadt gegangen, um mir das Glockenspiel, die Sehenswürdigkeiten rund herum und die Karlsbrücke bei gutem Wetter anzusehen.
Nachdem alles wieder auf dem Motorrad verstaut war und ich die Parkgebühren der öffentlichen Tiefgarage verdaut hatte (knapp 100€ für nicht ganz drei Tage), ging es ein Stück Richtung Pilsen zurück, zur Burg Karlstejn. Ursprünglich wollte ich dort auf dem Weg nach Prag Halt machen, doch das Navi hat mich zu einer Straße geführt, die man nicht befahren darf und da das Wetter am Donnerstag nicht mehr so gut aussah, hatte ich beschlossen die Burg auf heute zu verlegen. Man braucht nur knapp eine Stunde von der Prager Stadtmitte dorthin und kann ein bisschen das Wetter auf der Straße genießen.
In Karlstejn angekommen, ging es erst einmal eine gute Viertelstunde den Weg hinauf zur Burg, zum Glück hatte es nur knapp über 20°, denn bei den teilweise Recht steilen Anstieg kommt man ziemlich ins schwitzen. Oben angekommen hat man einen tollen Blick auf das unten liegende Karlstejn und die hügelige Umgebung. Um die Burg besichtigen zu können, muss man sich einer tour anschließen, die einfache Tour kostet ca. 12€. Außerdem gibt es noch weitere Spezialtouren, wie beispielsweise eine für die ganze Burg oder für die Kapelle, die allerdings deutlich teurer sind.
Bei der Führung kann man durch die Originalräume Kaiser Karls IV. laufen, einige Exponate aus dem 14. Jahrhundert sind noch original erhalten, andere wurden durch Repliken (wie die böhmische Königskrone) oder komplett mit anderen Stücken (wie der Thron, der aus dem 19. Jahrhundert aus Frankreich stammt) ersetzt.
Ursprünglich im Jahre 1348 von außer Karl IV. als Sommersitz gebaut, in der er aber im Laufe seiner Regierungszeit nur fünfmal abgestiegen war, wurde die Burg später als Aufbewahrungsort für die böhmischen Kronjuwelen genutzt und ist heute einer der meistbesuchten Burgen Tschechiens.
21.04.25 Budweis
Da ich durch die lange Fahrt von Prag nach Budweis sehr müde, aber trotzdem nicht früher in Bett gegangen war, habe ich spontan beschlossen, einen Tag länger in Budweis zu bleiben, mich ein wenig umzusehen und dann morgen ausgeruht in Richtung Österreich zu starten.
Budweis ist eine süße kleine Stadt, die ringsherum von Wäldern umgeben scheint. Das kann man besonders gut sehen, wenn man auf den Schwarzen Turm (erbaut 1547 bis 1577) neben der Nikolauskathedrale hinaufsteigt. Der Aufstieg ist Recht interessant, man muss 225 Stufen erklimmen, die teilweise extrem schmal und steil ausfallen. So anstrengend der Aufstieg war, so unangenehm war der Abstieg, da man sehr aufpassen muss, um nicht an einer Stufe vorbeizutreten und zu stürzen oder sich an den niedrigen Deckenbalken den Kopf zu stoßen. Letztendlich ist es die Mühen wert, man hat auf einer Höhe von knapp 45m einen 360° Blick über die Stadt und kann bis an deren Grenzen sehen. Während der Klettertour durch den Turm kann man außerdem die sieben Glocken des Turmes bewundern, wobei die Größte, mit dem Namen Bumerin, aus dem Jahr 1723 stammt und mit einem Durchmesser von 1,81m und einer Höhe vom 1,47m stolze 3429kg wiegt. Die anderen Glocken sind deutlich kleiner und leichter.
22.04.25 Fahrt von Budweis nach Salzburg
Der heutige Tag war ein reiner Fahrtag, da die Strecke mit gut 250 km Recht lang war und länger dauerte. Da in Budweis bis 8 Uhr aufgrund des Feiertages gestern Parken umsonst war, bin ich zeitig los, um nicht dich noch bezahlen zu müssen. Da die meisten Geschäfte erst gegen halb 8 geöffnet haben, bin ich erstmal ohne Frühstück los, was ich dann nach knapp einer dreiviertel Stunde Fahrt in einem kleinen Städtchen namens Kaplice nachgeholt habe. Dort gibt es einen netten Stadtplatz, wo es direkt auch einen Minisupermarkt gibt und man eine halbe Stunde umsonst Parken kann.
Anschließend ging es weiter Richtung Linz, wo ich für ein kleines Mittagessen eingekehrt bin. Da ich nicht viel Zeit hatte, da es bis Salzburg noch ein paar Stunden waren, konnte ich nur kurz eine Runde über den Hauptplatz in Linz drehen, aber nichts besichtigen.
Da sich das Wetter, das in der früh zwar kalt mit 10°, aber dafür mit Sonnenschein, war, deutlich zuzog, je näher ich Salzburg kam, beschloss ich die Berghänge und Minidörfer zu verlassen und den großen Landstraßen nach Salzburg zu folgen. Dass das die richtige Entscheidung war, zeigten ein paar Regentropfen, die mich bei der Einfahrt nach Salzburg erwischten. Trotzdem bin ich trocken angekommen, mal schauen, was das Wetter morgen so macht.
23.04.25 Salzburg
Obwohl schlechtes Wetter angekündigt war, erschien ein strahlend blauer Himmel am Morgen, sodass einer ausgiebigen Besichtigung von Salzburg nichts im Weg stand. Als erstes ging es zur Festung Hohensalzburg, allein der Weg dorthin war schon spannend. Da ich in einer Pension auf der anderen Seite des Mönchsbergs untergekommen war, war dieser in meinem Weg zur Festung. Parallel zu einem Tunnel für den regulären Straßenverkehr gibt es auf Fußgängertunnel durch den Berg, deren Ein- und Ausgänge aber ein bisschen versteckt liegen. Auf der anderen Seite kommt man direkt in der Altstadt heraus, nur noch ein paar hundert Meter von der Festungsbahn entfernt, die einen direkt in die Burg hochfährt.
Das All-inclusive-Ticket für die Festung umfasst Auf- und Abfahrt mit der Bahn, sowie Zugang zu allen Ausstellungen, museen und Teilbereichen der Festung (18€). Oben angekommen hat man einen spektakulären Blick über die ganze Stadt und kann auch noch den Schnee in den Bergen sehen. Die Burg bietet einen Panorama-Rundgang, eine Ausstellung im Zeughaus, exklusiven Zugang zu den fürstlichen Zimmer, sowie Museen zum Leben auf der Festung sowie er einer Ausstellung zum Rainer-Regiment der k.u.k. Armee.
Der Bau der Festung Hohensalzburg wurde 1077 begonnen und bis ins 17. Jahrhundert wurde sie von fast jeden der Erzbischöfe der Stadt erweitert oder nachgerüstet. Ursprünglich diente die Festung als Befestigungsanlage, und das sehr erfolgreich, denn sie wurde nie eingenommen, schließlich wurde sie als Zufluchtsort für die Erzbischöfe Salzburgs, als Gefängnis und als Baracken genutzt und schließlich für den Tourismus erschlossen. Tatsächlich diente sie bis zum Anfang des 20. Jahrhundert eine Brandmeldezentrale, da sie trotz der Erfindung des Telefons bessere Dienste bei der Lokalisierung und somit Bekämpfung der Brände leistete.
Die Erzbischöfe Salzburgs nutzten die Burg fast ausschließlich zur Machtdemonstration oder als Zufluchtsort bei Gefahr. Für einen von ihnen, Wolf Dietrich von Raitenau, war der Aufenthalt für die letzten Jahre seines Lebens auf der Festung allerdings alles andere als angenehm, verbracht er doch diese 5 Jahre bis zu seinem Tod im Verlies, eingekerkert durch seinen Nachfolger als Erzbischof.
Die Festung Hohensalzburg ist heute mit über eine Million Besucher pro Jahr die meistbesuchten Sehenswürdigkeite Österreichs außerhalb Wiens.
Der weitere Weg auf meiner Erkundung von Salzburg führt mich erst an der Franziskanerkirche vorbei und zum Universitätsplatz, dann zu Mozarts Geburtshaus und schließlich über ein der Brücken über die Salzach. Auf der anderen Seite der Salzach ist Schloss Mirabell gelegen, eine Anlage aus dem 17. Jahrhundert, die der damalige Erzbischof für seine Geliebte (evtl. auch heimliche Ehefrau) errichtet hatte. Nachdem eben jener Erzbischof eingekerkert wurde und seine Geliebte/Frau mit den 15 Kindern des Schlosses verwiesen wurde, wurde es von den nachfolgenden Erzbischöfe als Residenz genutzt.
Heute wird das Schloss von der Stadtverwaltung als Büro genutzt, weswegen man auch keine Führung machen kann. Was man aber besichtigen kann, ist die beeindruckende Gartenanlage und den sogenannten "Zwergerlgarten". Der Zwergerlgarten ist ein kleiner, abgetrennter Teil des Schlossgartens, den man über eine kleine Brücke erreicht. Dort stehen die Statuen von ursprünglich 28 Zwergen, die allerdings Anfang des 19. Jahrhunderts versteigert wurden, da eine solche Gartengestaltung nicht mehr der Mode entsprach. Über hundert Jahre später hat man versucht alle Zwerge zurückzukaufen, man konnte aber nicht mehr alle aufspüren.
24.04.25 Fahrt von Salzburg nach Friesach
Zum ersten Mal seit Beginn der Reise hatte ich Pech und musste im Regen fahren. Ausgerechnet die Strecke von Salzburg nach Friesach, auf die ich mich schon lange gefreut hatte, weil sie jede Menge toller Kurvenstrecken bietet. Doch bis Radstadt war es recht unspektakulär zu fahren, der Regen hielt sich im Rahmen, sodass man noch gut fahren konnte, wenn auch etwas vorsichtiger in den Kurven.
Nach Radstadt wurde es dann spannend, denn als erstes ging es nach Obertauern hinauf. Oben angekommen war noch immer leichter Regen, die Temperatur war auf 2° gefallen und es nieselte vor sich hin, wenigstens fiel kein Schnee. Kaum verließ ich Obertauern und fuhr den Berg wieder hinunter wurde es temperaturtechnisch besser, aber der Regen hielt weiter an, was sehr schade war, denn so konnte ich die tollen Kurven nicht so fahren, wie ich sie gerne gefahren wäre.
Zum Schluss hieß es dann noch mal konzentrieren, denn die Pension, die ich mir ausgesucht hatte, lag auf knapp 1000m und das hieß, auf einer Strecke von etwa 4km gute 400m Höhenmeter gut zu machen. In Verbindung mit dem Regen und den schlechten Straßenverhältnissen durchaus eine Herausforderung.
25.04.25 Friesach
Da der Regen weiterhin anhielt, beschloss ich einen Ruhetag einzulegen. Ich fuhr einmal den Weg hinunter ins Dorf um etwas einzukaufen und das Motorrad für den nächsten Tag aufzutanken, ansonsten verbrachte ich den sehr nassen und kalten Tag in der Pension und nutzte die Sauna.
26.04.25 Fahrt von Friesach nach Graz
Das Wetter war ein bisschen besser geworden, als die letzten Tage, beim losfahren konnte ich sogar ein bisschen blauen Himmel sehen. Leider hielt das nicht lange an, und die Fahrt setzte sich wieder im Regen fort. Da der Weg nach Graz nur knapp eineinhalb Stunden dauerte, war ich viel zu früh da und beschloss erstmal Mittagessen zu gehen. Während ich auf das Essen wartete und im Internet ein wenig nach Sehenswürdigkeiten suchte, erfuhr ich, dass nur knapp einen Kilometer entfernt Schloss Eggenberg liegt, das zufällig heute nach Renovierungen wieder eröffnet wird und keinen Eintritt kostet.
Schloss Eggenberg ist das größte Barockschloss in der Steiermark und stammt aus dem 15. Jahrhundert, wobei es im Laufe der Zeit immer wieder erweitert und umgebaut wurde. Die Familie Eggenberg hatte viel Einfluss im Heiligen Römischen Reich, so hat sie von Kaiser Friedrich III. das Recht zur Münzprägung erhalten, was sie leidlich ausgenutzt haben.
Damit sich die Münzprägerei auch rentiert, haben sie im Laufe der Zeit immer wieder minderwertige Münzen mit weniger Silbergehalt geprägt, als vorgesehen. Da das auch viele andere Münzpräger gemacht haben, ist die Währung immer weniger wert geworden, bis der Kaiser schließlich alles Falschgeld hat einsammeln lassen und für 100 Taler Falschprägung einen Wert von knapp 13 Silbertalern ausbezahlt hat, ein Wertverlust von gut 87%.
Bevor das ganze Falschgeld eingesammelt wurde, haben die Eggenberger dies allerdings genutzt, um sich jede Menge Land und Güter zu kaufen, was sie sehr reich gemacht hat. Trotz dieser Betrügereien, in deren Verlauf das damalige Familienoberhaupt sogar mitsamt seinem Vermögen nach Venedig geflohen war, behielt die Familie über viele Jahrzehnte eine sehr angesehene Position am Kaiserhof, mit jeder Menge Einfluss.
27.04.25 Fahrt von Graz nach Wien
Endlich hatte das Schlechtwetter aufgehört und die Sonne kam wieder heraus. Schon beim Packen des Motorrads wurde mir ziemlich warm, es fühlte sich an wie ca. 20°. Zum Glück hatte ich mich dann aber doch dazu entschieden unter die Motorradjacke noch einen langen Pulli anzuziehen, denn schon beim ersten Schatten, nur etwa 20 Minuten nach dem Start, wurde es sehr frisch und die Anzeige am Motorrad zeigte nur noch 9° an. Das tat der guten Laune aber keinen Abbruch, denn mit trockenen Straßen konnte man endlich wieder ordentlich um die Kurven fahren.
28.04.25 Wien
Heute war Besichtigung in Wien angesagt, als erstes standen natürlich die Klassiker auf dem Plan, wie der Stephansdom, der aber leider nicht zugänglich war. Den Grund dafür konnte ich nicht herausfinden, es war aber einiges an Polizei vor der Tür.
Stattdessen ging es dann zur Peterskirche, die in ihrer heutigen firm aus dem 18. Jahrhundert stammt. Angeblich soll Karl der Große die vorher hier stehende Kirche gegründet haben, Beweise dafür gibt es aber nicht. Die frühere Kirche stammt gesichert aus dem Jahr 1137 und brannte 1661 nieder.
Nächster Stopp war dann die Hofburg mit der Wiener Hofreitschule, ich habe mich aber gegen eine Besichtigung entschieden, weil die Tickets ein wenig das Budget sprengen würden. Das Sisi-Museum steht aber für morgen auf dem Plan. Stattdessen ging es für einen kleinen Abstecher in die St. Michaels Kirche, gleich gegenüber von der Hofburg, gebaut Anfang des 13. Jahrhunderts. Diese Kirche wurde ua als Drehort für die Sisi-Filme genutzt, da zur Zeit der Dreharbeiten der Stephansdom aufgrund eines Brandes 1945 noch renoviert wurde.
Zum Schluss des ersten Tages ging es dann noch zum Prater, wo ich mich ein bisschen im Grünen ausgeruht habe, bevor es wieder zu Fuß zum Stephansdom zurückging und von dort aus mit dem Zug zurück zur Unterkunft.
29.04.25 Wien
Der zweite Tag in Wien startete mit einem Besuch des Sisi-Museums, in welchem man nicht nur die originalen Wohnräume von Kaiserin Elisabeth in der Hofburg besichtigen kann, sondern auch jede Menge persönlicher Gegenstände, wie ein paar ihrer Kleider, Nachbildungen ihres Schmuckes sowie einem nachbau ihres persönlichen Zugabteils, mit dem sie durch ganz Europa gereist ist.
Anschließend ging es zum Schloß Belvedere, in welchem heute eine Kunstgalerie beheimatet ist. Da ich nicht so großes Interesse an der Ausstellung hatte und mir auch die Zeit ein wenig knapp wurde, habe ich lediglich einen Spaziergang durch die große Parkanlage des Schlosses gemacht. Leider war der Schlossgarten nicht so schön, wie der manch anderer Schlösser, die Bepflanzung sah teilweise etwas ungesund aus.
Nach dem Mittagessen ging es dann schließlich nach Schloss Schönbrunn, das ein wenig außerhalb liegt. Das Schloss stammt aus dem 17. Jahrhundert wurde aber im zweiten Türkenkrieg schwer beschädigt. Erst unter Maria Theresia im 18. Jahrhundert wurde es in seiner heutigen Form fertiggestellt.
So wie es sich in der Hofburg hauptsächlich um Sisi dreht, so ist Schönbrunn definitiv der richtige Ort, wenn man etwas über das Leben Maria Theresias erfahren will. Die meisten öffentlich zugänglichen Räumen stammen noch aus ihrer Zeit, viele davon haben Portraits von ihr und ihrer Familie an den Wänden oder wurden von Maria Theresia gestaltet. Ein Raum im speziellen wurde von der ganzen damaligen Herrscherfamilie mit Zeichnungen dekoriert, die durchaus sehr professionell aussehen.
Zum Schluss ging es dann noch in die k.u.k Hofzuckerbäckerei zur Apfelstrudelshow, bei der man zusehen konntem wie die Firma Gerstner seit über 300 Jahren Apfelstrudel herstellt. Selbstverständlich kann man den dann auch probieren.
Der Tag endete mit einem Spaziergang durch den Schlossgarten, der wunderschön angelegt war, mit hohen Hecken, versteckte Springbrunnen und vielen schattigen Sitzgelegenheiten. Wenn man vom Schloss durch den Mittelgang des Gartens geht, kommt man zur Gloriette, ein Gebäude, das lediglich der Dekoration dient, die auf einem Hügel dem Schloss gegenüber liegt.
30.04.25 Fahrt von Wien nach Bratislava
Heute ging es nach Bratislava weiter, eine Fahrt von weniger als 100km. Das Wetter war sehr gut, aber doch recht warm mit gut 27°.
01.05.25 Bratislava
Bratislava ist eine recht zweigeteilte Stadt, auf der einen Seite der Donau dominieren Hochhäuser und Plattenbauten, hauptsächlich Wohngebiete ohne irgendwelche Charme. Sobald man aber die Donau überquert und in der Altstadt landet, wird man gleich ein paar hundert Jahre in die Vergangenheit katapultiert. Von der Altstadt aus kann man fußläufig alles wichtige in Bratislava erreichen, die Burg, den Präsidentenpalast oder das alte Rathaus. Rings herum laufen viele kleine Gässchen und alte Häuser.
Der Aufstieg zur Burg iSt Recht kurz, aber dennoch teilweise recht steil, man kann sich überlegen, ob man ein paar Stufen gehen will, oder lieber der längeren Weg ohne. Oben angekommen hat man einen tollen Blick über Bratislava, am besten sieht man vom Kronturm der Burg aus, dort hat man einen 360° Panoramablick. Die Burg stammt in ihrer ersten Ursprüngen aus dem 10. Jahrhundert und wurde das letzte Mal unter Kaiserin Maria Theresia umgebaut. Heute beherbergt sie das Historische Museum.
Die größte Herausforderung in der Stadt ist definitiv zu gehen, ohne irgendwo zu stolpern, denn das Kopfsteinpflaster ist extrem uneben, ab und zu steht ein Stein mal einen Zentimeter raus oder man hat ein größeres loch in der Straße. Auch die Treppen sind mit Vorsicht zu genießen, denn sie sind nicht genormt. Manche Stufen haben eine größeren Abstand, andere sind dafür extrem schmal. Man muss also Acht geben, wo man hintritt. Trotzdem ist es eine schöne Stadt zum besichtigen, und wenn man schon dabei ist, sollte man auf jeden Fall in die Konditorei Kormuth gehen, dort sitzt man zwischen lauter Antiquitäten, unter einer bemalten Decke und bekommt hervorragenden Kuchen auf antikem Geschirr serviert. Es gibt zwar einen Mindestbestellwert von 13€ pro Person, aber das ist es definitiv wert.
02.05.25 Fahrt nach Banska Bystrica
Die Fahrt von Bratislava in Richtung Banska Bystrica begann mit der interessanten Frage, wohin genau ich eigentlich fahren muss, da meine Unterkunft dort keine Adresse hat, die das Navi kennt. Das Problem liegt daran, dass die Straße zu dem Hotel keinen Namen hat und somit auch nicht gefunden werden kann. Also ging es mit dem Navi nach Banska Bystrica und von da aus konnte Google Maps mich dann schließlich ans Ziel bringen. Die letzten paar Kilometer waren in etwa so spannend zu fahren wie in Friesach, da die Straße in einem sehr schlechten Zustand ist und quasi aus aneinander gereihten Schlaglöcher besteht.
Das Hotel selbst ist recht angenehm, hat sogar einen Pool, einen Wellnessbereich und ein Fitnessstudio. Das einzige, was es nicht hat, sind bequeme Betten, denn die Matratzen kann man kaum als solche bezeichnen, es fühlt sich an, wie auf einer Holzbank zu schlafen, nur mit einer Isomatte darunter.
03.05.25 Banska Bystrica
Heute hat mich leider die Erkältung eingeholt, die mich seit etwa einer Woche verfolgt, deshalb und auch weil das Wetter sehr durchwachsen war, habe ich den Tag im Hotel verbracht. Hoffentlich wird es morgen wieder besser.
04.05.25 Banska Bystrica
Das Wetter hat heute nicht sehr viel hergegeben, es hat ständig zwischen Sonne und Regen abgewechselt, dazu war es ziemlich windig. Ich habe eine kurze Regenpause genutzt, um die vordere Verkleidung vom Motorrad abzuschrauben, damit ich endlich, was ich schon länger auf der To-do-Liste hatte, eine kleine Werkzeugtasche darunter anbringen konnte. Anschließend habe ich noch einen kleinen Abstecher auf den Aussichtsturm vor Ort gemacht, um mir die Umgebung anzusehen, solange die Sonne scheint.
Der Aufstieg auf den Turm war recht spannend, denn man hat den Wind deutlich gespürt, die Konstruktion hat leicht vibriert. Allgemein keine Beschäftigung für jemanden, der irgendwelche Ängste hat, ganz besonders nicht Höhenangst. Trotzdem hat es sich gelohnt, die Aussicht war wirklich fantastisch.
05.05.25 Fahrt von Banska Bystrica nach Budapest
Nachdem es die letzten zwei Tage meistens trocken, immer wieder sonnig und nur vereinzelt man etwas schlechter war, hatte es natürlich in der Nacht zu regnen angefangen. Das heißt, es geht im Regen nach Budapest. Zum Glück schüttete es nicht so massiv, aber es war trotzdem nervig und teilweise kam dann auch noch Wind dazu. Den schlimmsten Regen setzte ich in einem Restaurant aus, dann ging es weiter Richtung ungarische Grenze.
In Budapest angekommen stellte ich zu meiner großen Freude fest, dass ich auf die Schnelle gestern beim buche der Unterkunft einen Fehler gemacht hatte und für den falschen Monat reserviert hatte. Also musste ich schnell was anderes suchen, was mich letztendlich für 5€ mehr die Nacht in ein eigenes Apartment direkt in die Mitte von Budapest brachte. Wenn man von den Kosten für den Parkplatz absieht, war das Glück im Unglück.
06.05.25 Budapest
Das Wetter was ziemlich schlecht, es hat die ganze Zeit geregnet, sodass ich erst später am Mittag losgezogen bin, nachdem es endlich aufgehört hatte.
Da mir schon ein bisschen des Tages abging, bin ich auch meiner Seite der Donau geblieben und bin als erstes zur St. Stephans Basilika gegangen. Leider muss man dort ein Ticket kaufen, um hineinzugehen, deswegen habe ich sie nur von außen angeschaut. Als nächstes ging es zum Parlament, eigentlich wollte ich dort eine Tour mitmachen, doch die Tickets waren bin Mitte nächster Woche bereits ausverkauft, somit ging auch das leider nicht. Trotzdem ist das Gebäude such von außen sehr beeindruckend anzusehen. Stattdessen habe ich mich ein wenig in der Gegend umgesehen, war in einem Park mit einem sowjetischen Kriegsdenkmal und habe mir die tolle Architektur angeschaut.
07.05.25 Budapest
Der zweite Tag in Budapest begann glücklicherweise trocken, also ging es los in Richtung der großen Markthalle. An die konnte ich mich noch dunkel von meinem letzten Besuch in Budapest erinnern, aber ich wollte auf jeden Fall nochmal hineinschauen. Sie stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts und war bis in die 1930er Jahre der wichtigste Handelsplatz in Budapest. Auch heute ist sie noch voll in Betrieb, man findet dort vor allem Obst, Gemüse, Fleisch und Delikatessen, ebenso wie Essensstände und Souvenirs.
Dann ging es über die Freiheitsbrücke auf die andere Donauseite. Dort folgte ich dem Flussufer entlang bis zur Fischerbastei, ein Monument, dass an der Stelle des mittelalterlichen Fischmarktes errichtet wurde. Obwohl das Gebäude vom Stil her älter aussieht, ist es erst ein bisschen über hundert Jahre alt. Es wird heute als Aussichtsplattform genutzt, die besten Plätze mit der besten Sicht auf das Parlamentsgebäude auf der gegenüberliegenden Uferseite sind allerdings in den dort eingerichteten Restaurants und somit nicht frei zugänglich.
Auf dem Weg zurück folgte ich nochmals weiter dem Flussufer, um über die Margarethenbrücke, nochmal am Parlament vorbeizulaufen. Da es inzwischen wieder zu regnen angefangen hatte, habe ich auf einen Besuch der Margaretheninseln verzichtet.
08.05.25 Fahrt von Budapest zum Plattensee
Auch wenn das Wetter nicht schön war, so hatte es über Nacht wenigstens das Regnen aufgehört und ich konnte ohne Regenklamotten an Budapest verlassen.
Die Fahrt in Richtung Plattensee war recht unspektakulär, die Ankunft im Hotel dafür interessanter, da alles abgesperrt und niemand aufzufinden war. Nach einem Anruf dauerte es noch über 30 Minuten bis jemand kam, dafür habe ich heute ein Hotel ganz für mich allein.
09.05.25 Fahrt vom Plattensee nach Ptuj
Nach einer Woche Regen gab es heute morgen endlich wieder blauen Himmel. Auch wenn der nicht den ganze Tag gehalten hat, war es dennoch eine nette Abwechslung zu den letzten Tagen.
Mit einer etwas außergewöhnlichen Streckenführung (Ungarn - Slowenien - Kroatien - Slowenien) ging es heute nach Ptuj, ein Zwischenstopp auf meinem Weg nach Ljubljana. Zum ersten Mal seit Beginn der Tour musste ich die Reifen aufpumpen, demnächst wird außerdem eine neue Ladung Motoröl fällig sein.
10.05.25 Fahrt von Ptuj nach Ljubljana
Trotz vielen Wolken am Himmel beim Aufstehen, kam bis ich losfuhr die Sonne heraus und blieb, bis auf ein paar sehr dunkle Wolken gegen Ende der Tour, auch. Von oben auf den Bergen hätte man einen tollen Ausblick hinunter in die Täler und bei Sonnenschein war die Aussicht natürlich gleich nochmal besser.
Die Strecke nach Ljubljana war mit 5 Stunden heute ein wenig länger als sonst gewesen, dafür bin ich in einer Pause in Trbovlje mit ein paar Leuten ins Gespräch gekommen, einer davon lebt in Deutschland und hat mich gleich telefonisch an einen Freund, der ebenfalls in Deutschland lebt, weiterverbunden. Alles in allem eine recht unterhaltsame Pause.
11.05.25 Ljubljana
Ljubljana ist eine sehr schöne und vor allem sehr grüne Stadt, selbst mittendrin fühlt man sich erschlagen von Gebäuden und Menschen, besonders die Ljubljanica, die direkt durch die Stadtmitte fließt rundet das Bild gut ab.
Als erstes ging es auf die Burg rauf, so gerne ich Burgen auch besichtige, das Rauflaufen wird wohl nie mein Hobby werden. Die Burg ist ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert, die meisten Gebäude wurden aber erst später erbaut. Ende des 19. Jahrhunderts wurde über den Abriss der Burg diskutiert, was dann aber verworfen wurde. Stattdessen wurde dann vorläufig ein Gefängnis draus.
Bereits in früheres Jahren gab es Gefängniszellen auf der Burg, die waren besonders unangenehm, da sie lediglich Löcher im Boden waren und keine Decke hatten, somit gab es keinen Schutz vor dem Wetter. Die Adligen, die dort eingesperrt wurden, hatten zumindest geschlossene Räume. Einer der bekanntesten Gefangenen dort, ein Raubritter namens Erasmus, hatte es als einziger geschafft dort zu entkommen. Daraufhin wurde seine eigene Burg, auf der er sich verschanzt hatte, vom Kaiser belagert und beschossen. Die Kanonen trafen ihn ausgerechnet auf dem Klo.
Allgemein kann man auf der Burg einiges ansehen, es gibt eine Audiotour, das museum für slowenische Geschichte, eina Ausstellung zum Puppentheater in Slowenien sowie eine Installation zu vier verschiedenen Meistern des Impressionismus (Rihard Jakopič, Ivan Grohar, Matija Jama, and Matej Sternen).
12.05.25 Ljubljana
Heute war erstmal Öl nachfüllen angesagt, also zur Werkstatt fahren, Öl kaufen, natürlich gab's nur wieder Flaschen mit mehr Inhalt als man eigentlich braucht, und dann einfüllen. Jetzt darf ich in nächster Zeit erstmal eine halbvoll Ölflasche irgendwie in meinen Koffern unterbringen.
Mittags ging es nochmal in die Stadt, heute war das Wetter aber leider nicht mehr so schön und es hat dann auch angefangen zu regnen. Also gab's nur einen Kurzbesuch in Ljubljana, bevor es wieder zurück zum Hostel ging.
13.05.25 Fahrt von Ljubljana nach Zagreb
Heute morgen beim zusammenpacken des Motorrads ist mir aufgefallen, dass das Auto neben mir im Parkplatz ebenfalls ein Freisinger Kennzeichen hat. Nachdem ich mit dem Besitzer ins Gespräch gekommen bin, er ist nur für ein paar Tage in Slowenien, weil er von dort kommt, sind wir noch kurz auf einen Kaffee/Tee trinken gegangen und haben uns ein bisschen unterhalten.
Anschließend ging es dann los, Richtung Kroatien, das Ziel des Tages war Zagreb. Zuerst bin ich wieder recht viele Bergstrecken gefahren, hinten raus ging es dann am Fluss entlang. In Zagreb angekommen wurde es interessant, da viele, auch größere Straßen Einbahnstraßen sind und man sich erstmal zurechtfinden muss. Das Hostel ist mitten in einer Fußgängerzone, trotzdem konnte ich mit dem Motorrad reinfahren und zu meiner Freude haben sie auch einen Parkplatz direkt vor der Tür. Besonders toll ist, dass es nur ein paar hundert Meter bis zur Stadtmitte sind.
14.05.25 Zagreb
Heute ging es auf Erkundungstour in Zagreb, zuerst bin ich in die falsche Richtung gelaufen und war mehr als enttäuscht über das, was ich gesehen habe, nur recht schmutzige und heruntergekommene Gebäude, dazwischen Baustellen.
Zum Glück bin ich dann aber schließlich doch noch in die richtige Richtung gelaufen und habe den Ban-Jelačić-Platz gefunden, benannt nach einem Feldherrn der k.u.k Monarchie, der als kroatischer Nationalheld gilt. Dort wurden anlässlich des Pride Month Flaggen gehisst. Leider ist die Kathedrale von Zagreb aktuell aufgrund von Bauarbeiten geschlossen und auch größtenteils verhüllt, sodass man nur das Eingangstor sehen kann. Rund herum sind viele ältere und kleine Gassen, die voller Restaurants sind, auch den einen oder anderen Markt kann man besuchen. Besonders schön waren die ganzen Blumenstände.
Gegen Abend habe ich mich dann mit meinem ausgefallenen Tracker am Motorrad beschäftigt, da nach dessen Angaben mein Motorrad etwa 25 km westlich liegen geblieben ist. Das auseinander bauen war eine ziemliche Fummelarbeit, zwischenzeitlich hatte ich sorgen, ob ich irgendwelche Kabel beschädigen könnte und ob ich alles wieder soweit zusammenbauen kann, dass das Motorrad wieder anspringt. Am Ende gab es eine gute und eine schlechte Nachricht, die Gute ist, das Motorrad fährt noch, die Schlechte ist, der Tracker funktioniert immer noch nicht wieder. Ich warte aktuell auf den Support der Herstellerfirma, mal schauen, wann es wieder funktioniert.
15.05.25 Zagreb
Die Nacht endete um 6.15 Uhr als die Polizei plötzlich vor der Tür des Schlafsaals stand und nach ein paar Leuten gesucht hat. Am Ende der Aktion waren aus vier Mitbewohnern einer geworden, die anderen wurden von der Polizei mitgenommen. Auch eine interessante Art und Weise in den Tag zu starten.
Nachdem sich alles wieder beruhigt hatte, haben sich mein übriggebliebener Mitbewohner, Christian aus Kolumbien, und ich unterhalten und uns für den Tag zusammengetan. Zusammen sind wir nach dem Frühstück nochmal durch Zagreb gezogen, haben uns das Nationaltheater, das Steinerne Tor und die Markuskirche angeschaut. Außerdem haben wir noch einen Abstecher in den sehr schönen botanischen Garten gemacht. Nach dem Mittagessen war dann der Plan, dass wir noch zur Burg Medvedgrad fahren, doch wir haben leider zu spät festgestellt, dass sie schon um 15 Uhr schließt.
Nachdem wir uns verabschiedet haben, beschloss ich trotznoch zur Burg hochzufahren, auch wenn man sie nur von außen besichtigen kann. Der Weg nach oben war recht abenteuerlich, die letzten paar hundert Meter bestanden aus sehr altem Kopfsteinpflaster in schlechtem Zustand, was auch noch bergauf war. Das Eingangstor war erst Recht spät zu sehen, sodass ich ein paar Meter rückwärts wieder den Berg herunterrollen musste, da es mir zu steil und auf dem Kopfsteinpflaster zu rutschig war, um dort umzudrehen.
16.05.25 Fahrt von Zagreb nach Banja Luka
Die Fahrt begann mit einem sehr seltsamen Lkw Fahrer, der mich ständig anhupte und wild die Spur wechselte, während er mir ziemlich dicht hinten auffuhr. Keine Ahnung, was sein Problem war, aber letztendlich konnte ich ihn in dichterem Verkehr endlich loswerden.
Zum ersten Mal seit Beginn der Reise ging es heute in ein Land außerhalb der EU, das heißt mein Pass kam zum ersten Mal in Gebrauch. Die bosnischen Grenzbeamten waren sehr nett, alles ging reibungslos. Hinter der Grenze wollte ich dann Pause machen und bin kurz bei einer Tankstelle abgestiegen. Zu meiner nicht großen Freude habe ich feststellen müssen, dass man anscheinend in Bosnien überall drinnen rauchen darf, eine Erfahrung, die ich schon lange nicht mehr hatte. Was besonderes seltsam war, ich konnte meinen Snack mit Karte zahlen, das Getränk aber nicht, und da ich gerade erst über die Grenze gefahren war hatte ich noch keine Währung umgetauscht. Die Dame am Schalter sprach auch kein Englisch, doch irgendwie haben wir uns dann verständigt und sie war sehr nett und hat das Getränk aufs Haus gehen lassen.
17.05.25 Fahrt von Banja Luka nach Sarajevo
Die Fahrt nach Sarajevo war eine absolute Gratwanderung wenn es um das Wetter geht, ich war den ganzen Tag an der Grenze zu heftigen Regenschauern, ich konnte sie sogar schon unweit von mir sehen. Trotzdem hatte ich großes Glück und bin trocken geblieben, bis auf 20 Sekunden ein paar Tropfen, die mich erwischt haben, wirklichem Regen bin ich davon gefahren.
Die Temperatur war über den Tag verteilt sehr unterschiedlich, von 6° bis 20° war alles dabei und auf dem Berg oben bin ich der Schneegrenze mal wieder recht nah gekommen. Kurz vor der steilen Abfahrt hinter Galica gab es noch eine seltsame Situation, als zwei Männer mit teuren Sportwagen und Kennzeichen aus den arabischen Emiraten im Schneckentempo den Berg hoch gekrochen sind. Zuerst dachte ich, dass sie wegen der Schafe, die dort am Straßenrand waren, langsam gefahren sind, aber auch danach ging es nicht schneller.
Die Bergabfahrt war sowohl spektakulär als auch ein nervenaufreibend, denn die Straße war teilweise verschmutzt, in keinem guten Zustand, es gab selten eine Leitplanke und direkt neben der Straße ging es ein paar hundert Meter in die Tiefe. Aber der Ausblick war das definitiv wert.
In Sarajevo selbst habe ich ewig gebraucht, um durch die Hauptstraße zu kommen, sobald das geschafft war wurde es wieder spannend, denn der alte Teil Sarajevos besteht aus lauter kleinen Gässchen, die recht steil sind und uneinsichtig sind. Das habe ich auch beim Einkaufen später festgestellt, die Leute fahren definitiv zu schnell für diese Art von Straße. Am lustigsten aber sind die Zebrastreifen in unregelmäßigen Abständen, sie über diese winzigen Straßen führen, denn es gibt keinen Gehsteig und man geht sowieso auf der Straße.
18.05.25 Sarajevo
Durch Sarajevos Altstadt gehen ist wie in durch ein Labyrinth aus kleinen alten Häusern zu laufen. Es ist sehr osmanisch geprägt, an jeder Straßenecke steht eine Moschee und die Gebäude stammen teilweise noch aus der Zeit, als die Osmanen in Sarajevo waren. Man kann sehr gut essen gehen, ich habe für einen Teller mit 10 Cevapcici, einem halben Fladenbrot und einem Berg rohen Zwiebeln (gut, dass das hier alle essen) knapp 7 € gezahlt inklusive Getränk und es war mehr als genug, um den restlichen Tag nichts mehr zu brauchen.
Ich habe einen netten Mann, der in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, aber seit 10 Jahren in Sarajevo lebt, kennengelernt, der mir eine kleine Stadtführung gegeben hat. Zuerst ging es in ein Café im 10. Stock (dem wahrscheinlich höchsten Haus in der Umgebung) von wo man einen tollen Blick über die Stadt hatte. Anschließend ging es an der Ewigen Flamme, einem Kriegsdenkmal, vorbei, der Mariä-Geburt- Kathedrale und der Kathedrale Herz Jesu zum Gedenkort für das Attentat von Sarajevo, das den Beginn des 1. Weltkriegs gekennzeichnet hatte.
19.05.25 Sarajevo
Den Vormittag habe ich damit verbracht eine Tankstelle zu suchen, um für die Fahrt morgen schon mal zu tanken. Seit ich in Bosnien angekommen bin habe ich gefühlt mehr Autowaschanlagen gesehen, als Supermärkte und nochmal doppelt so viele Tankstellen. Sobald man aber eine sucht findet sich natürlich keine mehr. Also bin ich ein Stück gefahren und bin in den neuen Teil von Sarajevo gekommen, der entweder aus sowjetischen Plattenbauten, die teilweise sehr heruntergekommen sind, oder modernen Hochhäusern aus Glas besteht.
Von der Gelben Bastion, einem alten Befestigungsanlage aus dem 18. Jahrhundert, hat man einen tollen Blick über die ganze Stadt. Leider war das Wetter heute nicht so gut und sehr bewölkt, aber wenigstens über die meiste Zeit des Tages trocken. Erst am Nachmittag hat es sehr stark angefangen zu regnen. Nach der Gelben Bastion bin ich nochmal in die Altstadt, um was zu essen und mir die Läden anzuschauen. Die bin ich auch zum Gazi Husrev-begov bezistan, dem ältesten überdachten Markt (1555) in Sarajevo gekommen. Heute findet man hier hauptsächlich Souvenirs und Schmuck.
Auf dem Weg zurück zur Unterkunft hatte ich dann noch einen Fast-Zusammenstoß mit einem Taxi, dass mir in einer dieser winzigen Gassen sehr schnell entgegengekommen ist und mir noch dazu die Vorfahrt genommen hatte. Zum Glück war ich sehr langsam und konnte bremsen, doch da ich gerade in einem Kurve war und noch versucht habe auszuweichen, konnte ich das Motorrad nicht mehr halten und es ist umgefallen. Es geht doch nichts über die Freude 250kg von der Straße aufzuheben, während einen ein alter Taxifahrer missbilligend anschaut und nicht mal Anstalten macht zurückzufahren. Er hätte nur etwa 5 m rückwärts fahren müssen, um die Straße wieder freizumachen, aber das war anscheinend nicht akzeptabel, also musste ich 25 m rückwärts einen Berg runterrollen, damit wir schließlich aneinander vorbei konnten.
Zuerst dachte ich, dass das Motorrad irgendwo Flüssigkeit verliert, das hat sich dann aber zum Glück als falsch herausgestellt. Mit ist bist auf ein paar blauen Flecken nichts passiert.
20.05.25 Fahrt von Sarajevo nach Split
Heute ging es mit einem Umweg über Mostar nach Split, zurück nach Kroatien. Der Weg nach Mostar war super schön, lange Zeit ging es am Wasser entlang, erst an einem See und dann bis Mostar an der Neretva entlang. Zusammen mit den zerklüfteten Felsen auf beiden Flussseiten gab es ein unfassbar tolles Panorama. Ab einem gewissen Punkt musste ich aufhören alle fünf Minuten anzuhalten, um Bilder zu machen, sonst wäre ich niemals angekommen.
Mostar ist berühmt für seine alte Brücke, die 1566 von einem osmanischen Architekten gebaut wurde und den muslimisch geprägten Ostteil der Stadt mit dem katholisch geprägten Westteil verbindet. 1993 wurde sie im Bosnienkrieg von kroatischen Truppen zerstört, 1995 begann der Wiederaufbau und die Neueröffnung war im Jahr 2004.
Nach einem kurzen Rundgang durch die Altstadt habe ich noch schnell Mittag gegessen, dann ging es auch schon weiter, denn durch den Abstecher nach Mostar habe ich einen Umweg von zwar nur 30 km gemacht, was aber letztendlich fast zwei Stunden mehr Fahrtzeit war.
Auf dem Weg von Mostar nach Split hat man dann gemerkt, dass man dem Meer näher kommt. Es ist deutlich wärmer und die Vegetation zunehmend mediterraner geworden. Wie auf dem Weg nach Sarajevo musste ich wieder dem Schlechtwetter entkommen, zum Glück habe ich auch diesmal nur ein paar Tropfen abbekommen, morgen soll es dann aber fast den ganzen Tag regnen.
21.05.25 Split
Leider wurden meine Pläne zur Besichtigung von Split durch sehr starken Regen ziemlich außer Gefecht gesetzt, es hat beinahe den gesamten Tag wie aus Eimern gegossen, sodass es unmöglich war nach draußen zu gehen und irgendwas zu besichtigen. Erst gegen 18 Uhr kam dann tatsächlich die Sonne raus, da hieß es dann schnell sein, bevor der nächste Regen kommt und nicht kurz durch Split laufen.
Split ist eine sehr hübsche Stadt mit viel römischer Architektur dabei. Besonders spannend ist es bunt durcheinander durch die kleinen schmalen Gässchen zu wandern und zum schauen, wo man letztendlich herauskommt. Selbst wenn man winzigen Treppenstufen hinaufsteigt, findet man irgendeine schöne Ecke in dieser Stadt. Besonders gut hat mir der Durchgang unter dem Diokletianspalast aus dem späten 3. oder frühen 4. Jahrhundert gefallen. Der Palast wurde für den römischen Kaiser Diokletian erbaut und er hat ihn nach seiner Abdankung im Jahr 305 n. Chr. auch bewohnt. Selbstverständlich kann man auch einfach die Uferpromenade entlanglaufen und ein Eis essen.
22.05.25 Fahrt von Split nach Dubrovnik
Die Fahrt nach Dubrovnik fing mit der Frage an, ob das Wetter bis dort wohl anhalten würde. Zwar war es in der früh trocken, doch überall am Himmel waren noch immer teilweise sehr dunkle Wolken und es war nirgendwo Blau zu sehen.
Die ersten paar Kilometer ging es durch die Stadt, dann mehr durchs Hinterland, bis ich schließlich ans Meer kam. Trotz des wolkenverhangenen Himmels ein toller Anblick. Bei der ersten Pause war es leider Recht dunkel und keine Sonne in Sicht, trotzdem war der Blick auf eine kleine Bucht fantastisch.
Ziemlich in der Mitte der Strecke fing es dann plötzlich zu nieseln an, weshalb ich hinter ein paar anderen Motorradfahrern aus Österreich ebenfalls mich an den Rand stellte, um die Regenkombi anzuziehen. In dem Moment, in dem wieder losfuhr, hörte natürlich der Regen auf und den blauen Himmel zusammen mit jeder Menge Sonne kam zum Vorschein. Also wieder anhalten und wieder raus aus der Kombi. Aber besser so, als jede Menge Regen.
Später habe ich noch einen kleinen Stop bei einem Stand an der Straße gemacht, habe mich dort mit zwei Motorradfahrern aus Leipzig und Paderborn unterhalten, bevor es schließlich nach Dubrovnik weiterging. Ursprünglich war der Plan an dem Abend noch in die Stadt zu gehen, doch es war schon recht spät und ich hatte sehr Hunger, also habe ich die Stadtbesichtigung auf morgen vor die Weiterfahrt verschoben.
Eines der Highlights Kauf der Strecke, neben der durchgehend tollen Aussicht auf das Meer, war die Überquerung der Pelješac Bridge, durch die eine Verbindung über Land zwischen Süddalmatien und Dubrovnik mit dem Restaurant st Kroatiens geschaffen wurde. Ohne diese Brücke müsste man entweder ein Schiff nehmen oder durch Bosnien-Herzegowina fahren.
23.05.25 Fahrt von Dubrovnik nach Nikšić
Da ich gestern Abend nicht mehr in die Stadt gefahren bin, habe ich mich heute um 7 Uhr in der früh in den Bus gesetzt, um mir kurz die Altstadt von Dubrovnik anzuschauen. Das Wetter war sehr wechselhaft, es sollte aber bis mittags zumindest trocken sein.
Wenn man sich in Ruhe eine Stadt anschauen will, ist frühmorgens tatsächlich der beste Zeitpunkt, denn es ist kaum jemand unterwegs. Also habe ich mir beim Bäcker ein Sandwich geholt, mich draußen vor die alten Stadtmauern ans Wasser gesetzt und erstmal gefrühstückt. Zwischenzeitlich kam auch mal die Sonne raus, sodass es ziemlich warm wurde, doch über den Bergen hingen weiterhin tiefschwarze Wolken.
Nach dem Frühstück habe ich eine kurze Tour durch die Altstadt gemacht, wer mal Game of Thrones gesehen hat, dem kommt einiges bekannt vor. Besonders schön war es durch die ganz kleinen Gassen zu laufen und ein paar architektonische Details zu finden, wie zum Beispiel einen Bogen über den Weg, auf dem ein Haus sitzt.
Anschließend ging es dann mit der Tour weiter, der Plan war für heute nach Nikšić in Montenegro zu fahren, was wieder einen Grenzübertritt bedeutet. Der hat diesmal recht lang gedauert, ich stand fast eine Stunde an der Grenze und zwischenzeitlich habe ich mir auch gedacht, was genau die dort eigentlich betrieben. Als nur noch ein Auto vor mir war, ist plötzlich der Grenzbeamte aus seinem Häuschen raus, in ein anderes Gebäude gegangen und kam erst knappe 15 Minuten später zurück, dann ging es zum Glück relativ zügig weiter.
In Nikšić angekommen stand ich plötzlich vor dem Problem, dass die Unterkunft nicht auffindbar war. Die Adresse auf Booking hatte zwar einen Straßennamen, aber keine Hausnummer und auch der genauen Standort, dem ich mir vorher extra angeschaut hatte, half nicht weiter. Zu meiner großen Freude funktionierte auch mein mobiles Internet nicht, weshalb ich in einem Restaurant fragen musste, ob die mir weiterhelfen können. Glücklicherweise war ein sehr netter Mann dort, der mir weitergeholfen hat, es dauerte aber noch ca 20 Mine, den Besuch von einem anderen Geschäft und zwei Telefonanrufe, bis ich endlich in der Unterkunft war.
24.05.25 Nikšić
Nikšić ist mit knapp 43.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Montenegro, viel zu besichtigen gibt es aber nicht. Da meine Erkältung zurückgekehrt ist und das Wetter außerdem sehr unangenehm war, habe ich nur eine kurze Runde durch die Stadt gedreht. Ich habe einen kurzen Stop bei der Kirche St. Ostrog und dem daneben liegenden ehemaligen Königsschloss gemacht, früher wurde es mal als Schule verwendet, heute steht es aber leer.
25.05.25 Fahrt von Nikšić nach Podgorica
Heute ging die Fahrt nach Podgorica weiter, da die Strecke nicht lang ist, habe ich beschlossen einen kleinen Umweg zu fahren und erstmal nach Kotor zu fahren. Kotor ist eine sehr hübsche, aber extrem touristische Stadt direkt am Wasser, was definitiv Urlaubsfeeling vermittelt. Nach einem schnellen Mittagessen dort ging es dann wieder zurück ins Landesinnere in die Hauptstadt Podgorica.
In Podgorica angekommen gab es ein Problem mit dem gemieteten Apartment, denn obwohl die Putzfrau angeblich drin war, sah es so aus, als wäre dort seit Wochen nicht sauber gemacht worden. Im Kühlschrank stand eine offene, halbvolle Dose Bohnen und anderes in einer Tüte verpackt, das Badezimmer war voller Flecken in der Dusche und im Abfluss hingen so viele Haare, dass man glauben konnte, jemand hat versucht eine Perücke hinunter zu spülen. Also haben sich der Vermieter und ich darauf geeinigt, dass ich nur eine Nacht bleiben werden. Da Podgorica Sightseeing technisch nicht viel zu bieten hat, habe ich dann eine Unterkunft für den nächsten Tag in Bar, wieder am Meer gebucht. Ist vielleicht auch besser für meine verstopfte Nase.
26.05.25 Fahrt von Podgorica nach Bar
Der Tag begann mit einer großen Freude, als ich bei meinem Motorrad ankam, um zum Tanken zu fahren und festgestellen musste, dass irgendjemand in der Nacht meine Spiegel komplett verdreht hatte. Also erstmal wieder Werkzeug rausholen und alles festschrauben. Nachdem ich getankt hatte, wollte ich dann losfahren, habe also meinen Helm kurz beim Motorrad gelassen um meine Sachen zu holen. Große Freude Teil 2, als ich zurückkam war mein Helm nicht mehr da. Als ich ein paar Leute an der Straße gefragt hab, ob sie war gesehen habe, konnte sie zum Glück den Mann beschreiben und er hatte ein recht auffällig Äußeres. Genau dieser Mann ist mir entgegen gekommen, als ich aus dem Aufzug gestiegen bin, somit wusste ich dass er im Haus wohnt, aber das war schon alles. Das ganze Haus hat etwa 40 Wohneinheiten, da hieß es sich durchklingeln. Irgendwann habe ich tatsächlich die richtige Tür gefunden, der Mann teilte mir mit, dass der den Helm in den Keller gebracht hatte. Erst später habe ich erfahren, dass das wohl eine Warnung war, weil ich auf einem falschen Parkplatz stand, dabei stand ich genau dort, wo ich laut Vermieter parken sollte. Ich vermute mal, der Mann war das auch mit meinen Spiegel. Hätte er sich die Mühe gemacht einmal ums Motorrad zu gehen und meine Kennzeichen gesehen, wäre ihm vielleicht klar gewesen, dass ich nicht wusste, dass ich da nicht parken soll.
In Bar angekommen wurde ich erstmal von den Vermietern der Wohnung auf Kaffee und Kuchen eingeladen, er hat sogar ziemlich gut deutsch gesprochen.
27.05.25 Fahrt von Bar nach Shkodra
Heute ging es in Richtung Albanien, das Wetter war sehr schön, knapp an den 30° Grad dran, da heißt es schwitzen in der Motorradkleidung. Der Grenzübergang ging problemlos und deutlich schneller als der nach Montenegro, allgemein war die Strecke heute sehr kurz, ich bin nur knapp 1,5 Stunden gefahren.
Auch diesmal war ankommen in der Unterkunft spannend, denn es war niemand da, die Telefonnummer im Internet stimmte nicht und mein mobiles Internet scheint allgemein in den Nicht-EU- Balkanstaaten nicht zu funktionieren. Zum Glück kam nach ca. 10 Minuten der Vermieter und ich konnte in die Unterkunft. Mal wieder habe ich ein ganzes Hostel für mich allein, ist wahrscheinlich auch besser so, ich glaube Mitbewohner wären nicht sehr von meinem Husten angetan. Zum Glück geht's aber schon allgemein wieder besser.
28.05.25 Fahrt von Shkodra nach Tirana
Der Tag hat relativ bedeckt angefangen, das änderte sich aber recht schnell und zum ersten Mal auf der Reise zeigte mein Thermometer 30° an, darüber habe ich mich besonders im Stau bei der Einfahrt von Tirana gefreut.
So wie bereits gewarnt, fahren hier wirklich alle ohne Regeln, besonderes Vorfahrt scheint hier keinen zu interessieren, weswegen man wirklich aufpassen muss, da die Leute von allen Richtungen gleichzeitig zu kommen scheinen. Erstes Problem war wieder die richtige Adresse zu finden, dann ging es los das Motorrad umzugpacken, damit ich für die nächsten Tage zurück nach Deutschland fliegen kann. Ein kurzer Trip in die Stadt zum Abendessen, danach ging es auch schon ins Bett.
03.06.25 Tirana
Wenn man das Bedürfnis hat Achterbahn zu fahren, dabei aber gerne noch ein gewisses Risiko für Leib und Leben eingeht, ist Taxifahren in Albanien definitiv das Richtige. Mich erstaunt es sehr, dass sich hier niemals jemand anzuschnallen scheint, denn die Gurte sind bereits eingerastet, man muss sie erst losen, bevor man sich anschnallen kann. Mir wurde erklärt, dass sonst das Auto die ganze Zeit piepst, wenn man unangeschnallt das in sitzt. Anschnallen ist anscheinend keine logische Alternative. Ich war erstaunt über die doch sehr große Zahl an E-Autos in Tirana, das bringt aber einen weiteren Schwierigkeitsgrad hinzu, denn nicht nur, dass sie fahren wie die Verrückten, mit den E-Autos hört man sie nicht dazu sehr schlecht. Wenigstens wird der Zebrastreifen beachtet, man kann relativ gut überall die Straßen überqueren.
Nachdem ich erstmal ausgeschlafen hatte, bin ich ein wenig durch Tirana gelaufen und habe mich umgeschaut. Dabei bin ich zu einer großen Markthalle gekommen, habe einen Abstecher durch ein paar Seitenstraßen genommen und bin schließlich an einer alten Lokomotive und einem bunt bemalten Panzer vorbeigekommen.
04.06.25 Tirana
Der zweite Tag in Tirana war dann für den moderneren Teil der Stadt reserviert. Es ging vom Skanderberg-Platz, an dem auch die Oper steht und eine große Reiterstatue, in Richtung Süden der Stadt, vorbei am Präsidentenpalast und einem Teil der Universität zu einem See. Dieser See wurde künstlich angelegt und hat einen daneben liegenden Park, in dem besonders abends viel los ist. Dort kann man Essen gehen oder sich Popcorn an einem der Stände kaufen oder einfach am Ufer sitzen und die Aussicht genießen. Auf dem Rückweg habe ich noch einen Abstecher zur Pyramide gemacht, die man hinaufsteigen kann und einen tollen Blick über die Stadt hat.
05.06.25 Fahrt von Tirana nach Piskupat
Heute ging es weiter in Richtung griechischer Grenze, der Ort, in dem ich über Nacht bleibe heißt Piskupat und hat so gefühlt 20 Häuser, liegt aber wunderschön am Ohridsee. Der Weg dorthin was super schön zu fahren, allerdings wurde es irgendwann sehr schwarz am Himmel. Als die ersten Blitze ausgeleuchtet haben, wurde es Zeit irgendwo zu halten. Zum Glück habe ich sehr schnell ein Restaurant gefunden, es war eine richtige Punktlandung, denn nur Minuten später hat es extrem zum gewittern angefangen und das Wasser kam in Massen herunter. Nach ca 30 Minuten war alles durch und ich konnte weiterfahren. Kurz vor dem Ziel haben mich nochmal ein paar Tropfen erwischt, aber es war dann trocken.
06.06.25 Fahrt von Piskupat nach Skopje
Heute ging es spontan nach Mazedonien, da ich ansonsten fast drei Wochen in Griechenland bleiben würde und so sehe ich noch ein Land mehr. Das bedeutete mal wieder einen Grenzübertritt, der mich diesmal gut über eine Stunde gekostet hat. Es war sehr interessant zu sehen, wie manche Leute einfach mit ihren Autos an allen vorbeigefahren sind, dann ihre Papiere zu den Schaltern gebracht haben, alle anderen Anstehenden ignorieren und anschließend über eine Seitenspur weiterfahren.
Nachdem der Grenzübertritt endlich geschafft war, ging es durch den Mavrovo-Nationalpark in Richtung Skopje. Zum ersten Mal seit längerem hatte ich hier keine Probleme die Adresse zu finden, und das obwohl die Straßen hier Namen in lateinischer oder kyrillischer Schrift haben können, es ist bunt gemischt.
07.06.25 Skopje
Heute ging es nach Skopje hinein, es waren nur etwa 5 Minuten von meiner Unterkunft zu laufen bis ich auf dem Hauptplatz angekommen bin. Ich muss sagen, Skopje ist eine der schönsten Hauptstädte, die ich bisher gesehen habe. Die Architektur ist griechisch geprägt, überall sind Statuen, wie beispielsweise eine riesige Statue von Alexander dem Großen auf seinem Pferd genau in der Mitte des Platzes, umgeben von einem Springbrunnen. Man kann ein paar Stufen hinuntergehen und an den Fluss Vardar gehen. An dessen Ufer sind jede Menge toller Gebäude gebaut worden, ebenso führen jede Menge Brücken, wie eine alte Steinbogenbrücke aus dem 15. Jahrhundert, über ihn hinweg. Die Häuser außenherum sind eine Mischung aus super modern mit viel Glas und Stahlbeton oder wunderschöne alte Häuser mit verzierten Fassaden.
08.06.25 Skopje
Da es wieder sehr warm werden soll, bin ich gleich un der früh losgezogen um die Festung in Skopje zu besichtigen. Um dorthin zu kommen muss man wie üblich erst den Berg hinauf. Die Festung selbst kann man kostenlos besichtigen, es gibt dort aber auch nichts außer ein paar alten Mauern und Türmen, die man besteigen kann. Vom obersten Turm aus hat man eine tolle Sicht über Skopje, ich würde aber dringend davon abraten auf eines der hölzernen Gerüste zu steigen, die sehen eher baufällig und nach einem Sicherheitsrisiko aus. Insgesamt ist die ganze Anlage Recht heruntergekommen, teilweise sind die Mauerreste nur bedingt zu sehen, weil das Gras so hoch steht. Vielleicht wäre ein kleines bisschen Eintritt eine gute Option, wenn das Geld für die Instandhaltung der Anlage genutzt würde.
Auf der Festung bin ich mit Noah aus England ins Gespräch gekommen, wir haben zusammen eine kurze Runde über die Anlage und anschließend über den alten Bazar gedreht. Wir haben es ausgenutzt, dass kaum jemand unterwegs war und haben noch ein paar Bilder von den Statuen und Gebäude gemacht.
Ich bin dann am Abend nochmal losgezogen, ich wollte noch ein Bild von der Alexander-Statue bei Nacht haben, doch leider war der Platz so hell erleuchtet, dass es quasi keinen Unterschied zu tagsüber gab. Einen großen Unterschied gab es aber, denn die Straßen waren voller Leute. Obwohl es beinah elf in der Nacht war, waren Unmengen an Familien mit kleinen Kindern unterwegs.
09.06.25 Fahrt von Skopje nach Thessaloniki
Die Fahrt nach Griechenland war recht unspektakulär, am Grenzübergang war kaum etwas los und ich war innerhtvon ein paar Minuten durch. Da es sehr warm war, war ich sehr dankbar doch eine Strecke eine gut ausgebaute Landstraße fahren zu können, der Fahrtwind machte das Ganze etwas angenehmer.
In Thessaloniki angekommen musste ich durch ein wahrer Labyrinth an Straßen und kleinen Gässchen, die sehr unübersichtlich sind und teilweise mal wieder recht steil. Der Parkplatz direkt vor dem Hostel war so klein und schwierig anzufahren, dass ich mir zuerst nicht sicher war, ob es eine gute Idee war, es überhaupt zu versuchen, letztendlich hat es dann aber geklappt.
10.06.26 Thessaloniki
Der erste Stop in Thessaloniki war die Post, anschließend der Supermarkt, hier hat es gut über 35°C, da braucht man viel Wasser. Kaum eine Stunde zurück ging es dann weiter, zuerst zum Mittagessen und danach einen anderen Hostelbewohner zum Busbahnhof zu bringen.
Den restlichen Tag bin ich im Hostel geblieben, es war so warm, dass ich erst am Abend gegen 7 wieder losgezogen bin, um mir noch ein bisschen die Gegend anzuschauen. Dabei hatte ich Begleitung von einem anderen Motorradfahrer im Hostel, der aus Frankreich kommt.
11.06.25 Thessaloniki
Heute ging es schon um halb 7 in der früh los, um der Hitze zu entgehen. Zusammen mit meiner Zimmerkollegin ging es durch die Stadt, zum Galerius-Bogen, zum Weißen Turm, an der Meerpromenade entlang, dann den Berg wieder hoch, eine alte Mauer entlang Richtung Trigonenturm und an einem Tor der alten Stadtmauer vorbei zurück zum Hostel. Insgesamt waren wir knapp 2,5 Stunden unterwegs und haben etwa 6 km gemacht.
Die Entscheidung so früh los zugehen war sehr gut, denn kaum, dass wir zurück waren, stieg die Temperatur immer weiter, sodass es irgendwann sehr unangenehm wurde, draußen zu sein.
12.06.25 Thessaloniki
Eigentlich war der Plan heute in Richtung Meteora weiterzufahren, doch leider hat mir mein Knie einen Strich durch die Rechnung gemacht. Gestern hat es gegen Mittag angefangen etwas dick zu werden und ist leider auch über Nacht nicht besser geworden. Da ich mit einem nicht voll funktionsfähigen Knie nicht Motorrad fahren will, habe ich meinen Aufenthalt in Thessaloniki vorläufig um zwei Nächte verlängert und hoffe, dass und übermorgen weiterfahren kann.
13.06.25 Thessaloniki
Ich bin weiterhin in Thessaloniki, das Knie ist immer noch nicht besser, also werde ich wohl ein bisschen hier blieben. Am Vormittag habe ich eine kleine Runde über den Markt gedreht und Daniel begleitet, er kommt aus den Niederlanden und ist gelernter Koch, was bedeutet, dass ich sehr gutes Mittagessen bekommen habe. Er kocht öfter für alle im Hostel und auf meinen Wunsch gab es einen großen Teller voller Garnelen.
14.06.25 Thessaloniki
Ich bin weiterhin im Hostel in Thessaloniki, weiterhin gibt es sehr gutes Essen. Ich habe heute Oz und Zaid kennen gelernt, die beiden leben in Istanbul kommen aber aus Mexiko und Syrien. Ich hab mit ihnen abgemacht mich bei ihnen zu melden, wenn ich in Istanbul bin.
15.06.25 Thessaloniki
Dem Knie geht es langsam besser, ist aber immer noch nicht perfekt, trotzdem werde ich morgen weiterreisen. Am Nachmittag kam ein weiterer Motorradfahrer im Hostel an, er ist aus Argentinien und hatte ein Nummernschild aus Portugal am Motorrad. Wir haben uns am Abend noch recht lange lange mit Dusan, der schon eine ganze Weile im Hostel ist und ebenfalls mit dem Motorrad reist, unterhalten.
16.06.25 Fahrt von Thessaloniki nach Meteora
Heute ging es nach einer Woche Pause endlich weiter und zwar nach Meteora, zu den Klöstern auf den Felsen. Während der Fahrt bin ich am Olymp vorbeigekommen, auf dem noch immer Schnee liegt, sehr seltsam, wenn man unten auf den Straße bei über 30°C schwitzt.
Im Hostel angekommen habe ich mein Motorrad neben einem anderen geparkt, das ein Kennzeichen aus Kolumbien hat. Es gehört Daniel, der seit 6 Jahren die welt bereist und mir gleich ein paar Tipps gegeben hat. Am Abend wollten wir zusammen zu den Klöstern fahren, um den Sonnenuntergang anzuschauen. Zwei andere Hostelbewohnerinnen, Natalia aus Brasilien und Erin aus den USA, wollten ebenfalls hoch, aber zu Fuß. Da wir an der Rezeption zwei Helme auftreiben konnten, sind wir zu viert mit den Motorrädern gefahren. Die Aussicht hat sich auf jeden Fall gelohnt, es war ein toller Sonnenuntergang. Anschließend saßen wir noch eine Weile zusammen und haben gequatscht.
17.06.25 Fahrt von Meteora nach Ioannina
In der Früh bin ich nochmal zu den Klöstern gefahren, um zumindest eines zu besichtigen. Man könnte recht nahe parken, trotzdem musste man noch ein Stück den Berg hinaufsteigen. Die Kleiderordnung ist dort sehr streng, als Frau muss man einen Rock tragen, wenn man keinen hat, bekommt man einen Wickelrock zum Überziehen, was natürlich super über der Motorradkleidung aussieht.
Im Inneren des Klosters ist fotografieren und filmen verboten, man zahlt 5€ Eintritt und dann kann man durch ein paar Räume gehen. Die Kapelle ist sehr beeindruckend gestaltet mit wunderschönen Wandgemälden und das Kloster befindet sich bis heute im Betrieb, 16 Nonnen leben dort. Die Aussicht von oben ist fantastisch und zum Glück darf man außen auch wieder fotografieren.
Ursprünglich hatten Daniel und ich überlegt zusammen nochmal hochzufahren, doch er war noch nicht wach, als ich los bin. Lustigerweise haben wir uns oben auf dem Berg nochmal gesehen und verabschiedet. Anschließend ging es weiter nach Ioannina.
18.06.25 Fahrt von Ioannina nach Patras
Ich bin gleich mit der ersten Tour los, um die Perama Höhle zu besichtigen, eine Tropfsteinhöhle, die erst durch Zufall im 2. Weltkrieg entdeckt und seit den 50ern zur Besichtigung offensteht. Die Tour dauert etwa 45 Minuten und man geht ca. 1100m mit über 600 Stufen. Da es nicht überall ein Geländer gibt, sollte man gut zu Fuß sein, um sie zu besichtigen.
Anschließend ging es nach Patras weiter, wo ich eine Nacht bleibe. Da mein Hotel direkt am Meer ist, habe ich mir abends noch den Sonnenuntergang angeschaut.
19.06.25 Fahrt von Patras nach Kalamata
Heute ging es weiter in Richtung Kalamata, ursprünglich wollte ich in der früh noch den Sonnenaufgang anschauen, doch ich hab irgendwie ein bisschen die Himmelsrichtungen durcheinander gebracht und übersehen, dass ich für einen guten Blick ein ganzes Stück weiter weg hätte fahren müssen, also wieder zurück zum Hotel. Der nächste Plan war endlich alles upzudaten, doch ein großflächiger Strom- und somit Internetausfalls hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Also hab ich mich nochmal für eine Stunde hingelegt.
Auf dem Weg nach Kalamata habe ich einen Stop beim Nemouta -Wasserfall eingelegt, der Weg dorthin von der Straße war sehr spannend, ich musste über kleine Bäche springen, über Felsen klettern und auf Baumstämmen balancieren. Letztendlich hatte sich der Weg aber gelohnt, der Wasserfall sah unglaublich toll aus.
Der Weg, um wieder zurück zu einer größeren Straße zu kommen war alles andere als fantastisch, plötzlich habe ich mich inmitten einer Schotterpiste befunden, deren Untergrund alles andere als stabil war und voller kleiner Ausschüttungen und Unebenheiten. Es kam wie es kommen musste, ich bin mit einem Rad in eine der Unebenheiten geraten und dann war es vorbei, mich hat es hingelegt. Natürlich an einer richtig schlechte Stelle, mit instabilem Untergrund und an einer Stelle, wo wahrscheinlich alle paar Stunden mal jemand vorbeikommt. Es half nichts, das Motorrad musste wieder hoch und ich musste mich entstauben, anschließend ging es weiter. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich für die nächste Zeit einen blauen Fleck am Hintern haben werde. Ansonsten ist nichts passiert, außer einem mehrmaligem Bedürfnis nach Pause, da das Aufheben des Motorrads sehr anstrengenden war.
20.06.25 Kalamata
Den Tag in Kalamata habe ich in Ruhe im Hostel verbracht, da mein Hintern noch ein wenig weh getan hat und es außerdem extrem heiß war.
21.06.25 Fahrt von Kalamata nach Korinth
Heute ging es nach Korinth weiter, der Weg dorthin war recht entspannt, es gab ein paar schöne Passstraßen zu fahren und bis auf einen Vanfahrer, der meinte aus dem Parkplatz fahren zu müssen in dem Moment, als ich vorbeifuhr, war nicht viel geboten.
22.06.25 Fahrt von Korinth nach Athen
Heute stand die Fahrt nach Athen an, eine Strecke von nur etwa 90 km. Ich habe mir ein bisschen Zeit gelassen und bin die Küste entlang gefahren. Zwischendurch habe ich diese Entscheidung sehr bereut, denn ich bin auf einem Weg gelandet, den man nur bedingt als befestigt bezeichnen kann. Überall lagen Felsbrocken im Weg, teilweise schon recht rutschig, da die Steine glatt gefahren wurden. So schön die Aussicht auch war, ich konnte sie nur kurzfristig genießen, weil ich mich auf die Straße konzentrieren musste.
In Athen angekommen gab es wieder viele kleine Gassen und Einbahnstraßen durch die ich durch musste, zu meiner Freude gab es aber kein Problem mit dem Motorrad einen Parkplatz zu finden. Etwa eine Stunde später kam dann der Papa an und nachdem wir unsere Sachen im Apartment untergebracht haben, haben wir eine Runde durch die Stadt gedreht und sind etwas essen gegangen.
23.06.25 Athen
Heute war der erste Tag in Athen, wir sind gleich in der früh zur Akropolis hochgelaufen, damit wir nicht in der Mittagshitze eingehen. Trotz der Uhrzeit war schon viel los, dennoch war es noch übersichtlich und das Gedränge nicht allzu groß. Das Ticket für die Akropolis (30€ p.P.) inkludiert auch das Theater des Dionysos, wobei davon wirklich nicht mehr viel zu sehen ist.Anschließend haben wir einen Rundgang durch die Stadt gemacht und endlich was zum frühstücken gefunden.
Am Nachmittag sind wir dann wieder los, um zum Parlament zu gehen und die Wachablösung der Evzonen anzuschauen. Die Tracht mit den Strumpfhosen und Schuhen mit Bommel an der Spitze ist etwas eigentümlich und gemeinsam mit dem zeremoniellen Gang der Soldaten hat es mehr von einer seltsamen Tanzaufführung, als von einer militärischen Abordnung. Anschließend haben wir noch kurz den Nationalgarten besucht, doch der hat ausgerechnet heute um 18 Uhr geschlossen.
24.06.25 Athen
Am Vormittag ging es mit der Bahn ein wenig außerhalb von Athen, nach Piräus. Dort haben wir uns ein wenig umgesehen, die Kirchen besucht, die Yachten im Hafen begutachtet und sehr in der Sonne geschwitzt. Allgemein bietet Piräus aber nicht sehr viel, was man besichtigen kann, gut für einen Kurztrip von Athen aus, aber nicht unbedingt ein Muss zum besichtigen.
Zwischenzeitlich habe ich mein Motorrad ein wenig erweitert, habe ein Ladekabel an die Batterie angeschlossen, sodass meine Kamera jederzeit ausreichend Akku hat. Außerdem musste ich mal wieder ein bisschen Öl nachfüllen.
Am Nachmittag ging es dann zum Panathiako-Stadium, dem Austragungsort der ersten olympischen Spiele der Neuzeit. Zusätzlich gab es noch eine kleine Ausstellung zu besuchen, dort wurden die meisten der olympischen Fackeln seit den Spielen 1936 ausgestellt.
25.06.25 Fahrt von Athen nach Delphi
Nach drei Nächten in Athen ging es heute Richtung Delphi weiter, zum berühmten Apollo-Tempel mit den Priesterinnen, die die Zukunft vorhersagen konnten.
Die Fahrt dorthin war recht entspannt, aber es wurde immer wärmer, bis es schließlich zum ersten Mal auf dieser Reise über 40°C erreicht hatte. Die letzten Meter gingen hauptsächlich über flaches Gelände, durch Bergtäler hindurch, wo sich die Hitze noch besser hielt.
Delphi selbst ist deutlich kleiner, als ich erwartet hatte. Wenn man in die Stadt kommt gibt es eine Hauptstraße, die als Einbahnstraße eine kleine Runde einmal durch die ganze Stadt dreht und an der gefühlt alle Menschen in der Stadt wohnen. Delphi selbst hat keine 3000 Einwohner, dafür ist ungefähr jedes zweite Haus ein Hotel o.ä., die Zahl der Touristen übersteigt die Einwohnerzahl deutlich.
26.06.25 Fahrt von Delphi nach Meteora
Vormittags bin ich los, um mir die archäologischen Ausgrabungsstetten von Delphi anzuschauen. Dazu gehören der Apollo-Tempel, ein Art Schatzkammer und das große Stadion, in denen regelmäßig Wettkämpfe abgehalten wurden. Außerdem war es der Austragungsort von sportlichen Wettkämpfen, die in ihrer Größe nur von den Olympischen Spielen übertroffen wurden.
Im Apollo-Tempel konnte man die berühmten Priesterin Pythia aufsuchen, um sich die Zukunft vorhersagen zu lassen. Bei den Prophezeiungen musste man sich aber genau überlegen, ob man darauf hören wollte, denn sie waren sehr doppeldeutig gehalten und hatten oftmals eine andere Bedeutung als man anfangs vermuten würde.
Obwohl es erst 10 Uhr war, war es bereits so heiß, dass der Aufstieg zum Stadium sehr anstrengend war, noch später hätte ich nicht losgehen dürfen.
Anschließend führte mich mein Weg zurück nach Meteora, wo ich abends nochmal für den Sonnenuntergang nach oben gefahren bin.
27.06.25 Fahrt von Meteora nach Thessaloniki
Von Meteora ging es wieder zurück nach Thessaloniki, ich hatte mich am Morgen dagegen entschieden nochmal zu den Klöstern hochzufahren und bin direkt in der Früh gestartet, da es wieder sehr heiß werden sollte.
28.06.25 Fahrt von Thessaloniki nach Blagoewgrad
Nach fast 3 Wochen in Griechenland ging es heute endlich weiter und nächste land, Bulgarien stand auf dem Plan. Ursprünglich wollte ich von Thessaloniki direkt nach Sofia fahren, doch der Weg wäre etwas lang gewesen, also habe ich einen Zwischenstopp in Blagoewgrad gemacht. Die Umgebung, in der das Hotel stand war richtig recht interessant, hauptsächlich ein Wohngebiet mit Hochhäusern, die dringend eine Renovierung nötig hätten.
Zu meiner Freude sprach die Wirtin kein Wort Englisch, sondern nur bulgarisch und russisch, aber letztendlich habe wir uns dann doch verständigen können.
29.06.25 Fahrt von Blagoewgrad nach Sofia
Heute ging es nach Sofia, auf dem Weg dorthin, vor allem weil die Fahrt an sich nicht sehr lange ist, habe ich einen kleinen Abstecher zum Kloster Rila gemacht. Das Kloster stammt aus dem 10. Jahrhundert und ist das größte und bedeutendste in ganz Bulgarien. Man kann es kostenlos besichtigen, wenn man ins Klostermuseum möchte muss man aber Eintritt zahlen. In der Kirche selbst ist das Fotografieren und Filmen leider verboten.
30.06.25 Sofia
In Sofia habe ich mal die Metro ausprobiert, das schöne dort ist, dass man kein Ticket kaufen muss, man hält einfach seine Kreditkarte an die Schranke und nutzt diese als Ticket. Für eine Fahrt zahlt man ca. 0,80 €, ab drei Fahrten wird automatisch das Tagesticket abgerechnet (2€).
In Sofia habe ich so eine Art Tour durch die großen Religionen gemacht, zuerst war ich in der Sweta Nedelja Kathedrale, anschließend in der Synagoge von Sofia und zum Schluss in der Banja-Baschi-Moschee. In der Synagoge gab es ein massives Sicherheitsaufgebot mit Metalldetektor, bewaffneten Wachen und Passkontrolle, trotzdem war es kein Problem reinzukommen.
Anschließend habe ich einen Abstecher zur Alexander Newski Kathedrale gemacht, wo anscheinend gerade eine Veranstaltung lief, es waren sehr viele kirchliche Würdenträger zu sehen, das bulgarische Staatsfernsehen und es war in der Kirche ein roter Teppich ausgerollt, den sie nach der Veranstaltung wieder entfernt haben. Zum Schluss ging es noch zum Nationalen Kulturpalast.
01.07.25 Fahrt von Sofia nach Vidin
Heute ging es an die rumänische Grenze nach Vidin. Die letzten 40 km haben gefühlt ewig gedauert, denn es war eine recht unübersichtliche Straße mit vielen Kurven und noch mehr LKWs vor mir. Das Motel lag etwas versteckt, sodass ich wieder suchen durfte, doch letztendlich hat alles gepasst.
02.07.25 Fahrt von Vidin nach Târgu Jiu
Heute sollte es nach Rumänien gehen, ich habe mir einen ein bisschen längeren Weg ausgesucht, der mich am Fluss entlang führt und dann mit einer Fähre nach Rumänien übersetzen sollte. Also bin ich in der früh los, bin knapp 130km gefahren, nur um dann am Fährstieg gesagt zu bekommen, dann die Fähre aufgrund zu geringer Wassertiefe nicht fährt.
Der nächste Punkt zum übersetzen wäre ebenfalls eine Fähre gewesen, somit blieb mir nichts anderes übrig als die 130 km zurück nach Vidin zu fahren und dann einen anderen Weg zu nehmen.
In Târgu Jiu angekommen musste ich mich mal wieder auf die Suche nach der Unterkunft machen, das ging dann zum Glück recht schnell, was jedoch dauerte, war den Code für das Tor zu kriegen, damit ich das Motorrad im Hof parken konnte. Da die eigentlichen Besitzer nicht anwesend waren und ich sie auch nicht erreichen konnte, halfen mir netterweise die Nachbarn.
03.07.25 Fahrt von Târgu Jiu nach Cisnădioara (Motocamp Sibiu)
Heute stand die Transalpina auf dem Tagesplan, doch bevor es losging musste ich erst noch einen Weg finden, mein Motorrad wieder aus dem Hof zu bekommen. Die Nachbarn waren leider nicht mehr zu finden, sodass ich sie nicht nach dem Code für das Tor fragen konnte und die Hausbesitzer waren auch erstmal nicht erreichbar. Kurzfristig habe ich uberlualle Koffer von Motorrad abzumachen, damit es durch die kleine Tür passt, doch das fand ich auch nicht so praktikabel. Nach mehreren Versuchen konnte ich dann endlich die Besitzer erreichen und das Tor öffnen.
Die Transalpina zu fahren hat jede Menge Spaß gemacht, es war aber auch anstrengend. Ich bin sie nicht komplett gefahren, sondern bin etwas 30 km vor Ende abgefahren, um nicht einen riesigen Umweg zu machen. Mein Ziel für den Tag war das Motocamp Sibiu, etwa 20 Minuten südlich der Stadt.
Am Abend hatte ich die Gelegenheit mit ein paar der anderen Motorradfahrer zu reden und mir Empfehlungen und Tipps für Routen und Unterkünfte für die kommende Reise zu holen.
04.07.25 Cisnădioara
Heute war eine Tag Pause, nachdem ich die letzten Tage sehr viel gefahren bin. Am Nachmittag habe ich einen kleinen Ausflug nach Sibiu gemacht und mir die Stadt angeschaut, am Abend bin ich dann noch auf die Kirchburg von Cisnădioara gestiegen. Dort finden sich die Gedenktafeln von Dutzenden von Soldaten, die im ersten Weltkrieg in einer Schlacht ganz in der Nähe gefallen sind.
Auf der Kirchburg gab es jede Menge QR-Codes, die Informationen über die Burg enthalten. Besonders interessant waren die Hochzeitssteine, ziemlich große Felsbrocken, die der Bräutigam am Tag vor der Hochzeit dem Berg hinaufschaffen musste, um heiraten zu dürfen. Im Verteidigungsfall wurden sie als Geschoss gegen Angreifer verwendet. Bei der Größe der Steine und dem steilen Weg dort hoch würde ich absolut verstehen, wenn jemand die Hochzeit abgesagt hätte.
05.07.25 Fahrt von Cisnădioara nach Pitești
Heute ging es auf der Transfăgărășan (DN7C), eine weitere Passstraße, ähnliche der Transalpina. Zwei der anderen Gäste im Motocamp, Ulli und Eric, waren so nett und haben mich heute mitgenommen, wir sind zu dritt gefahren. Die Straßenbedingungen sind hervorragend, es gibt einige schöne Stellen zum halten und das Highlight sind die Bären am Straßenrand.
Kurz hinter dem Ende der Transfăgărășan haben sich dann unsere Wege getrennt und ich bin nach Pitești gefahren, um dort zu übernachten.
06.07.25 Fahrt von Pitești nach Bukarest
Ursprünglich stand heute Schloss Bran und Schloss Peleș auf dem Plan, mit anschließendem Ziel Bukarest. Da der Himmel aber alles andere als schön aussah und eine Fahrt in einem Sommergewitter vermeiden wollte, habe ich die Entscheidung getroffen die Schlösser auszulassen und gleich nach Bukarest zu fahren.
07.07.25 Bukarest
Heute habe ich mir Bukarest angeschaut, dafür musste ich den Tag in zwei teilen, denn schon beim Aufwachen hatte ich eine Warnung vor extremer Hitze auf dem Handy. Also habe ich am Vormittag den Weg in Richtung des Grabes des unbekannten Soldaten gemacht und mir auf dem Weg dorthin die Patriarchalkathedrale angeschaut, da dort gerade Gottesdienst war, durfte ich leider nicht rein.
Da es unter Tags viel zu heiß war, bin ich am Abend nochmal losgezogen. Ich bin bis zum Parlament gekommen, dann hat sich der Himmel wahnsinnig schnell zugezogen und innerhalb von ein paar Minuten hat es massiv das Gewittern angefangen, es hat nicht einmal eine Minute gedauert, bis ich komplett durchnässt war. Somit war das Sightseeing frühzeitig beendet.
08.07.25 Fahrt von Bukarest zum Motocamp Bulgarien
Zum Glück war es wieder trocken und warm, sodass der Weiterfahrt nichts im Wege stand. Das Ziel des heutigen Tages war das Motocamp Bulgarien, sodass es wieder über einer Grenze ging. Die Fahrt war recht unspektakulär, auch die Straßen waren hauptsächlich Landstraßen ohne große Aufregung, es ging über weite Strecken ohne einfach nur geradeaus.
Das Motocamp Bulgarien ist sehr hübsch, ich habe ein kleines Zimmer (das Yamaha Zimmer) dort, aber die meiste Zeit ist man eh im Gemeinschaftsbereich. Da die nächste Stadt, w o man einkaufen kann knapp 20 km entfernt ist, kann man auf Wunsch auch im Camp frühstücken und Abendessen.
Am Abend habe ich mich dann noch mit einigen der anderen Gäste unterhalten, wie Melanie aus Deutschland und Jo aus Neuseeland.
09.07.25 Motocamp Bulgarien
Heute war Ruhetag
10.07.25 Motocamp Bulgarien
Nach einigen Tagen mit viel Fahrtzeit und Besichtigungen war es heute mal wieder Zeit ein bisschen zu entspannen. Nach einem leckeren Frühstück habe ich mich auf einen kleinen Spaziergang gemacht, um mir die Umgebung vom Motocamp anzuschauen. Ziemlich schnell bin ich dabei mitten in der Pampa gelandet, aber es war trotzdem eine nette Auszeit. Heute morgen sind wieder einige der Gäste von gestern abgereist, sodass es recht ruhig war.
11.07.25 Motocamp Bulgarien
Mitten in der Nacht ist eine neue Gruppe Motorradfahrer angekommen, damit ist es heute recht voll im Camp. Unter Tags war nicht viel los, ich habe mich hauptsächlich mit anderen Bikern ausgetauscht.
Mit unter den Gästen waren auch zwei Deutsche, die mit ihren Motorrädern Afrika umrundet haben und sich jetzt wieder auf dem Heimweg befinden. Die beiden konnten mir einige gut Tipps geben, gerade im Hinblick auf das Reisen im Mittleren und Nahen Osten.
Da es mir im Motocamp so gut gefällt, habe ich beschlossen noch einen Tag länger zu bleiben.
12.07.25 Motocamp Bulgarien
Einer der türkischen Biker im Camp hat mir geholfen Kontakt zur BMW in Istanbul aufzunehmen, um dort eine Inspektion durchführen zu lassen und neue Reifen zu bekommen. Da es in der Türkei aber sehr teuer ist die Reifen zu wechseln, habe ich beschlossen das noch in Bulgarien zu machen, bevor es wieder weitergeht. Ivo, der Chef im Motocamp hat gute Kontakte und kann fast alles besorgen, was man an Equipment fürs Motorrad braucht. Da es ein paar Tage dauert, bis die Reifen ankommen bleibe ich nun noch etwas länger im Motocamp.
Heute habe ich mich auf den Weg in das Freilichtmuseum in Etar gemacht. Dort sind verschiedene Gebäude und Handwerksbetriebe aus vergangenen Jahrhunderten aus ganz Bulgarien zusammengetragen worden und nun zu besichtigen. Viele der Handwerksbetriebe sind noch immer in Betrieb, man kann auch die Erzeugnisse kaufen. Besonders spannend war die Seilmacherei, dort gab es wasserbetriebene Maschinen, die die einzelnen Seile geflochten haben.
Am Abend gab es dann eine Überraschung, denn es kamen zwei bekannte Gesichter im Motocamp an, Uli und Eric, mit denen ich die Transfăgărășan gefahren bin, sind aus Moldawien zurück nach Bulgarien gekommen.
13.07.25 Motocamp Bulgarien
Da ich jetzt ausreichend Zeit habe, wurde die Zeit genutzt, um das Einhorn mal sauberzumachen. Nach gut 3 Monaten auf der Straße ist sie jetzt mehr grau als weiß, also hieß es ab unter die Dusche mit ihr.
Am Abend wurde es dann wieder sehr spät, denn mit den anderen Beiden kommt man einfach nicht zu einem Ende, wir saßen bis halb 5 in der Nacht draußen und haben uns unterhalten.
14.07.25 Motocamp Bulgarien
Heute war es ziemlich heiß, da war nicht viel mit irgendetwas unternehmen. Ich habe lediglich einen Kurztrip zum Einkaufen unternommen, weil wir am Abend grillen wollten, den Rest des Tages haben alle im Pool verbracht.
15.07.25 Fahrt vom Motocamp Bulgarien nach Kapitan Andreevo
Meine neuen Reifen waren angekommen, somit ging es morgens als erstes zur Werkstatt zum Reifenwechsel. Der Termin war um 11 Uhr, damit dachte ich, dass ich dann entspannt später in Richtung türkische Grenze fahren kann. Wie sich schnell herausstellte dauert der Reifenwechsel hier in Bulgarien etwas länger, insgesamt war ich 3 Stunden unterwegs, bis alles erledigt war, dann hieß es schnell zurück zum Motocamp, alles aufpacken und los geht's.
Die heutige Strecke war mit 270 km nicht gerade kurz und ich wollte unbedingt noch einen Zwischenstopp am Busludscha Denkmal machen, ein Gebäude, das ebenfalls als Denkmal für die Bulgarische Kommunistische Partei dient, in dem für ein paar Jahre Kongresse und Tagungen abgehalten werden. Seit 1989 verfällt es zunehmend und ist heute ein beliebtes Ziel für Touristen oder Entdecker von sogenannten Lost Places.
Anschließend ging es in Richtung Kapitan Andreevo, eine Stadt nur ein paar Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Ich habe von einem anderen Motorradfahrer die Empfehlung bekommen dort in einem Hotel abzusteigen, ich war überrascht, als ich dann vor einem hell erleuchteten Casino stand. Nach einer Woche im Motocamp, so schön es dort auch war, habe ich mich sehr über das sehr große und sehr bequeme Bett dort gefreut.
16.07.25 Fahrt von Kapitan Andreevo nach Edirne
Heute ging es über die türkische Grenze in Richtung Edirne. Im ersten Moment, als ich auf die Grenze zu gefahren dachte ich mir, ich komme nie in der Türkei an, weil die LKWs schon kilometerweit standen. Zum Glück ging es dann seitlich für alle anderen Fahrzeuge zu weiteren Kontrollstellen, doch das Anstehend dort war immer noch recht interessant. Zuerst stehen alle ziemlich durcheinander, einzelnen Schlangen Formen sich erst je näher man der Kontrolle kommt. Insgesamt habe ich knapp eine Stunde an der Grenze gebraucht.
Anschließend ging es gleich einen wunderschönen Schotterweg entlang, wo ich anfangs dachte, dass das Navi einen Fehler macht, denn die Einstellung war eigentlich immer noch "keine unbefestigten Straßen". Irgendwann bin ich dann in Edirne angekommen, die Gesamtstrecke an dem Tag war keine 50 km, sodass ich nicht ewig unterwegs war.
17.07.25 Fahrt von Edirne nach Istanbul
Die heutige Fahrt Istanbul war nicht sehr spannend, für gewöhnlich ging es nur geradeaus. Bei einer Pause , die ich gemacht habe, kam plötzlich ein Junge auf mich zu und hat ganz begeistert auf mich eingeredet, leider habe ich so gut wie nichts verstanden, nur, dass er gefragt hat, ob ich mit dem Motorrad aus Deutschland gekommen bin. Ich habe versucht ihn zu bitten etwas langsamer zu sprechen, sodass ich vielleicht ein paar Worte mehr verstehen kann, doch das ist anscheinend nicht angekommen.
18.07.25 Istanbul
Heute war der erste Tag in Istanbul und es war zu meiner Freude besonders warm, also habe ich das Programm etwas umgestellt und bin als erstes zum Großen Bazar gegangen, einer der größten und ältesten überdachten Märkte der Welt. Er ist fast 600 Jahre alt und beherbergt etwa 4000 einzelne Stände. Täglich gehen hier über eine Viertelmillion Menschen hin, im Jahr 2014 war er mit über 91 Millionen Besuchern die meistbesuchte Tourismusattraktion der Welt.
So faszinierend es dort auch ist, so schnell geht einem das ständige angesprochen werden der Händler auf die Nerven, man kann keine zehn Schritte tun, ohne dass jemand auf einen zugeht.
Am Abend habe ich dann meine neue Zimmerkollegin kennengelernt, Winky aus Hongkong, wir haben uns dann auf der Dachterrasse mit einigen anderen zusammengetan, u.a. Davide aus Italien, den ich früher am Tag schon kennengelernt hatte und der mit seinem Fahrrad unterwegs ist. Irgendwie haben es die anderen dann geschafft mich dazu zu überreden mit zum Pubcrawl zu kommen.
Bevor es losging bin ich nochmal zurück ins Zimmer und habe eine weitere Zimmerkollegin getroffen, Ashley aus Malaysia, die sich aber sehr weise gegen eine Beteiligung am Pubcrawl entschieden hat. Also sind wir ohne sie losgezogen, von einer Bar in die nächste, wir waren schließlich um halb 5 in der früh wieder zurück.
19.07.25 Istanbul
Nachdem wir erstmal ausgeschlafen hatten, sind Winky und ich zu einem Café, wir auch andere vom Pubcrawl schon waren, um zu frühstücken, anschließend haben wir uns verabschiedet, denn die Jungs sind weitergezogen, evtl sehe ich ein paar von ihnen in ein paar Wochen in Kasachstan nochmal. Zu zweit sind wir dann zum Bazar gegangen, einer der Teilnehmer von gestern, Mehdi, hat dort einen Süßigkeitenladen und wollte uns einladen, also gab es leckeren Apfeltee und ein paar Süßigkeiten zum probieren. Zum Sonnenuntergang sind wir dann zum Galata Turm gegangen und anschließend noch zu einem Laden, wo es eine Art Fischdürüm gibt, der Winky empfohlen wurde.
Auf dem Heimweg sind wir dann noch ganz spontan ins Hamam gegangen.
20.07.25 Istanbul
Ursprünglich wollten Winky und ich nochmal zusammen losziehen, doch ich bin mit einer Nachricht aufgewacht, dass sie schon auf dem Weg nach Griechenland ist, sie hatte einen früheren Flieger erwischt.
Also bin ich alleine los, zuerst zu den Yerebatan-Zisternen, die auch als der Versunkene Palast bezeichnet werden, eine riesige Zisternenanlage, die noch aus dem byzantinischen Reich stammt und wunderschön mit buntem Licht ausgeleuchtet wird.
Anschließend ging es zum Topkapi Palast, dem Sitz der osmanischen Sultane für knapp 400 Jahre bis Sultan Abdülmecid I. 1856 in den Dolmabahce Palast umzog. Topkapi wurde immer wieder umgebaut und erweitert, indem Bedürfnissen der Sultane und deren Familien gerecht zu werden, dabei besteht der Palast nicht aus einem Gebäude sondern aus mehreren Gebäuden in einem großen Garten, zeitweise lebten hier bis zu 5000 Personen. Der Name Topkapi setzte sich erst im 18. Jahrhundert durch, davor wurde er Yeni Sarayi, Neuer Palast, genannt. Im Palast kann man einige Gebäude in ihrer ursprünglichen Funktion besuchen, wie zum Beispiel den Harem, die dem die weiblichen Familienmitglieder sowie die Söhne des Sultans bis zum 12. Lebensjahr lebten. Des weitern gibt es eine Ausstellung zu den Waffen, religiösen Gegenständen und sogar der Kleidung der Sultane, wie beispielsweise ein Originalkaftan mit Pelzbesatz von Sultan Mehmet II. (1432-1481).
Zum Schluss habe ich noch einen Abstecher in die Hagia Sofia gemacht, die seit ein paar Jahren wieder offiziell als Moschee verwendet wird, davor war sie ein Museum. Zufällig war ich gerade während eines Gebets dort und konnte alles anschauen. Es ist beeindruckend, wenn man bedenkt, dass dieses Gebäude fast 1500 Jahre als ist, man kann stellenweise noch alte Mosaiken aus der Bauzeit finden.
Abends bin ich dann noch mit Ashley zum Abendessen gegangen.
21.07.25 Istanbul
Heute Vormittag ging es nur schnell in die Sultan-Ahmed-Moschee, auch Blaue Moschee genannt, bevor es zum Flughafen ging.